Design Miami/Basel
Glamour oder Geschichtsschreibung

Die Messe "Design Miami/Basel" buhlte um die Gunst des Publikums – mit allen Mitteln. Unter Design war dann auch schon mal schöner wohnen oder protzig wohnen zu verstehen.
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BaselWo viel Geld für Kunst ausgegeben wird, sind die Designmessen meist nicht weit. Das ist so Brauch in Basel, London, Paris und New York. Schließlich wohnt, wer Preise in fünf- und sechsstelliger Höhe für Gemälde, Installationen und Skulpturen ausgeben kann, nicht in Hütten. Doch genau die Verbindung zum ‚Schöner Wohnen‘ ist das Problem der Designmessen. Sie betonen den Glamourfaktor, weniger die historische Idee, die hinter einem musealen, gleichwohl benutzbaren Stück Designgeschichte steckt.

Ihre Veranstalter müssen um die 50 Aussteller zusammenkriegen, damit sich der Aufwand lohnt. Damit aber so viele Anbieter zusammen kommen, ist die Kunst des Kompromisses gefragt, was Haltung, Anspruch, Qualität und Ästhetik betrifft.

Häschen auf der Armlehne

Dieses Dilemma führt dazu, dass auf der "9. Design Miami/Basel", die am 22. Juni 2014 in Basel zu Ende ging, Großartiges neben Banalem stand; und dass die Mischung nicht mehr stimmte. Zu viele Kachelbilder, Sitzmöbel aus Keramik, Hirschgeweihe für Jagdfreunde und gülden glitzernde Metallmöbel tragen nicht wirklich zur Schärfung des Blicks bei.

Muss wirklich nach Basel reisen, wer sich einen Lacher leisten will wie die 1950er-Jahre-Sessel, an deren Armlehne ein Häschen aus Holz rumturnt? Vielleicht gilt auch hier: lieber im Original prüfen als im Internet ungesehen kaufen. Perl Lam jedenfalls, die Hongkonger Galeristin, die alles dafür tut, damit die malerische Abstraktion als Erfindung der Chinesen durchgeht, hat als Designhändlerin gleich mehrere dieser ironischen Sitzgelegenheiten mitgebracht. Damit jeder Designfreund mit Humor auch Probesitzen kann.

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Fragmente einer Epoche

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