Design
Schafe machen Kasse

Auf den New Yorker Designauktionen sorgt eine Schafherde des Ehepaars Lalanne für schwindelerregende Preissteigerungen. Erfolg hatten auch die schweren, aber eleganten Möbel von Emile-Jacques Ruhlmann.
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New YorkDie europäische und amerikanische Society sammelt die bronzenen Möbel und Tierstatuen des französischen Ehepaares Claude und François-Xavier Lalanne schon seit Jahrzehnten mit leidenschaftlicher Begeisterung. Besonders beliebt sind François-Xaviers lebensgroße Schafe, die er fürs Wohnzimmer mit echtem Wollfell bekleidete oder für den Garten wetterfest aus weißem Epoxidstein herstellte. Die Preise klettern stetig, in den New Yorker Designauktionen im Dezember schlugen sie jedoch kräftig aus.

Erdbeben zwingt Museum zum Verkauf

Eine zehnköpfige Schafherde aus Epoxidstein, die das japanische Tateshina Open Air Museum eingeliefert hatte, setzte bei Christie’s am 17. Dezember einen neuen Rekord. Versicherungsschäden durch das schwere Erdbeben im März hatten das Museum zum Verkauf gezwungen. Die Herde besteht aus zehn identischen Exemplaren des Modells „Mouton de Pierre“ von 1977 bis 1983 und war markgerecht auf 600.000 bis 900.000 Dollar taxiert (250er Auflage, dazu 30 Künstlergüsse). Aber erst bei 7,47 Millionen Dollar konnte der amerikanische Privathändler Guy Bennett für seinen Kunden zugreifen.

Bennett hatte ihm wenige Minuten zuvor auch schon das einzelne Schaf „Brebis“ (1997) für 122.500 Dollar gekauft. Auch Sotheby’s profitierte vom Lalanne-Fieber. Am 15. Dezember vermittelte das Haus für 542.500 Dollar das über zwei Meter hohe seltsame Bronze-Mischwesen „Centaure“, das 1983 in einer Achter-Auflage gegossen worden war. Die Taxe betrug 200.000 bis 300.000 Dollar.

Alte Liebe für Tiffany

Im übrigen bestätigten Tiffany-Glas und französische Möbel der Mitte des 20. Jahrhunderts weiterhin ihre Anziehung. Vor allem Möbel von Emile-Jacques Ruhlmann und Eileen Gray waren begehrt. Bei Phillips de Pury bewarb sich am 13. Dezember der mit einer Vorliebe für Altmeister und französisches Sèvres-Porzellan bekannt gewordene griechische Sammler Dimitri Mavrommatis um Ruhlmanns seltenes Sesselpaar „Gonse“. Für das um 1930 entworfene Modell Nr. 278 NR setzte er die doppelte Taxe von 1,42 Millionen Dollar ein.

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