Deutsch spricht sie nicht
Sarah Biasinis erste Film-Versuche

Romy Schneiders Tochter tritt ein schweres Erbe an: Vier Jahre war Sarah alt, als der Weltstar starb. Schneider hat ihrer Tochter ihr Lachen, das schauspielerische Talent und damit eine schwere Bürde vererbt.

HB CANNES. Das energische Kinn stützt sie auf ihre Hände, der Blick bleibt ernst, kein Lächeln zuckt, während Sarah Biasini Ausschnitte aus ihrem Fernseh-Zweiteiler „Julie“ verfolgt. Erst als die kurze Demonstration des Films, der ins Frankreich des 17. Jahrhunderts führt, zu Ende ist und Produzent Jan Mojto ihr zulächelt, löst sich die Erstarrung der 26-Jährigen, und über ihr Gesicht breitet sich ein Lachen aus, das die ganze Kinowelt schon vor langer Zeit über Jahre in seinen Bann gezogen hat. Wenn sie strahlt, sieht sie wie ihre Mutter aus: Romy Schneider, die starb, als Sarah vier Jahre alt war, hat ihr das Lachen, das schauspielerische Talent und damit eine schwere Bürde vererbt.

„Wenn ich lache, sehe ich aus wie meine Mutter, wenn ich rede, höre ich mich an wie meine Mutter, manchmal aber auch nicht“, sagt die junge Frau, in deren Film der französische Sender TF 1 und der deutsche Partner Sat.1 neben großen Hoffnungen auch insgesamt 10 Mill. Euro investieren. „Aber was soll ich machen? Hätte ich den Beruf der Schauspielerei sein lassen sollen, weil ich Angst haben muss, dass die Kritiker und Zuschauer sofort die Vergleiche parat haben?“ Das sagt sie auf Wunsch auf Französisch, Englisch und Italienisch – Deutsch kann sie nicht. „Und wie bei anderen Menschen wäre meine Mutter wahrscheinlich auch stolz auf das, was ich mache.“ Dies sagt sie mit deutlicher werdendem Trotz, und dreht in ihrer linken Hand immer schneller die Zigarettenschachtel der Marke „Marlboro light“. Der Film habe ihr Spaß gemacht, versichert sie, und habe ihr geholfen, die Arbeit ihrer Mutter zu verstehen.

Sarah Biasini, berichten Mitarbeiter, sei eine sehr natürliche junge Frau, die auf dem Boden der Tatsachen steht. Die Nachwuchsmimin, die aus der Beziehung Romy Schneiders zu Daniel Biasini hervorging, wird schon jetzt abgeschirmt wie eine große Diva. Ihr folgt ein Tross aus Mitarbeitern, zwei Maskenbildnerinnen sind bei öffentlichen Auftritten im Einsatz, ihr Vater managt sie. Das Umfeld ist allürenreif. Nach Abschluss der Dreharbeiten will sie Urlaub machen, dann Angebote sondieren.

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