Deutsche Fotoauktionen: Neue Kunden aus Übersee

Deutsche Fotoauktionen
Neue Kunden aus Übersee

Die deutschen Foto-Versteigerer verzeichnen für die abgelaufene Saison zum Teil sehr unterschiedliche Ergebnisse. Am besten lief es für das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach. Lempertz in Köln freut sich über neue Sammler in Übersee, die online mitbieten.
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KölnStarke und schwache Ergebnisse verzeichneten die deutschen Fotoauktionen im Herbst 2012. Sie passen ganz gut in das Bild eines Marktes, auf dem sich die Ergebnisse seit 2005/2006 mit erstaunlicher Konstanz seitwärts oder allenfalls leicht aufwärts bewegen. Immerhin. Für das gute Material hat sich dabei ein solides bis anspruchsvolles Preisniveau etabliert bei insgesamt rückläufigen Zuschlagquoten.

Während sich das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach über einen sehr guten Umsatz freut und auch das Kunsthaus Lempertz in Köln nicht klagen kann, hätte es für Bassenge in Berlin und Van Ham Kunstauktionen in Köln besser laufen können. „So ein Ergebnis hatten wir für den Herbst das letzte Mal 2006“, freut sich Franziska Schmidt, Fotoexpertin der Villa Grisebach, über die 739.137 Euro (inkl. Aufgeld), die am Ende in ihren Büchern standen. 105 Prozent nach Wert konnte das Auktionshaus verkaufen, obwohl nur 64 Prozent der Lose zugeschlagen wurden.

Mit Tierblut bearbeitet

Spitzenreiter bei Grisebach wurde ein emotional ansprechendes Bildnis zweier nebeneinander sitzender Leopardenbabies. Der Print von 1968, der Beard-typisch am Blattrand mit Tierblut und Gräsern bearbeitet wurde, ging für 53.680 Euro in eine deutsche Privatsammlung. Die Taxe lag bei 20.000 bis 30.000 Euro. Das viel interessantere und mit 30.000 bis 40.000 Euro auch höher geschätzte Frontalbild eines Elefanten mit hoch erhobenem Rüssel kam dank Gebot eines österreichischen Privatsammlers nur auf 38.820 Euro.

Ein Selbstporträt von Robert Mapplethorpe ging nach heftigem Kampf für 51.240 Euro in den US-Handel, zu mehr als dem Dreifachen des unteren Schätzwertes. Deutscher Handel engagierte sich für eine Rarität aus den Händen des konstruktivistischen Künstlers und Schriftstellers Friedrich Vordemberge-Gildewart. 30.500 Euro erzielte seine Aufnahme einer Photomontage (No. 7) von 1928, die auf 6.000 bis 8.000 Euro geschätzt war.

Einen guten Preis erzielte bei Grisebach auch ein schöner Kontaktabzug von Karl Blossfeldt mit Winterschachtelhalm. Er stammt aus einer amerikanischen Privatsammlung, die ihrerseits einst aus dem Archiv Wilde erwarb. Jetzt befindet er sich für 29.280 Euro in einer Schweizer Privatsammlung (Taxe 18.000 bis 22.000).

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