Deutscher Buchpreis
Warum Hitlisten weniger bringen als gedacht

  • 0

„Hier hat noch niemand nach der Longlist gefragt“

Martin Spieles, Sprecher des S. Fischer-Verlags, sagt: „Da es ja immer parallel große Rezensionen und andere Berichterstattung gibt, lässt sich nicht erklären, was die Shortlist in Verkaufszahlen bedeutet.“ Und auch Rowohlt-Sprecherin Regina Steinicke möchte nicht behaupten, dass die Shortplatzierung ausschlaggebend war. Von dem Hamburger Verlag standen letztes Jahr zwei Bücher auf der Liste.

Ob ein Buch sich verkauft oder nicht, hängt auch davon ab, ob die Buchhandlungen es gut platzieren. Während eine Sprecherin von Thalia angibt, Büchertische mit Long- und Shortlist-Kandidaten aufzustellen, merkt man in anderen Buchhandlungen wenig vom Buchpreis. Die Mayersche konzentriert sich nur noch auf die Shortlist.

„Hier hat noch niemand nach der Longlist gefragt“, so eine Verkäuferin der Kette in der Heinrich-Heine-Allee. Auch Buchhändler Sven Mascheler von der kleinen Düsseldorfer Buchhandlung „Der Bücher Ober“ hat dieses Jahr nicht extra Werbung gemacht. Zu wenig Interesse hätten die Kunden. „Wir haben gerade einmal ein Buch von der Shortlist im Laden“, so Mascheler.

Ist die Staffelung des Buchpreises nun ein erfolgreiches Marketing-Instrument? Kommt vor allem darauf an, wie weit der Autor es schafft, so Silke Ohlenforst, Sprecherin des Aufbau-Verlages. „Wenn ein Autor auf die Shortlist kommt, merken wir das an den Umsätzen. Bei der Longlist hingegen kann man keine direkten Auswirkungen spüren“, so Ohlenforst.

Der deutsche Buchpreis wird seit 2005 vergeben. Gestiftet wird er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Jedes Jahr wählt der Börsenverein eine Jury aus sieben unabhängigen Experten aus dem Literaturbetrieb, die über die Vergabe des Preises bestimmen.

Seite 1:

Warum Hitlisten weniger bringen als gedacht

Seite 2:

„Hier hat noch niemand nach der Longlist gefragt“

Kommentare zu " Deutscher Buchpreis: Warum Hitlisten weniger bringen als gedacht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%