Deutscher Buchpreis Warum Hitlisten weniger bringen als gedacht

Ob ein Buch sich verkauft, hängt nicht nur davon ab, ob es auf einer Shortlist steht. Wichtig ist auch, ob die Buchhandlungen es gut platzieren. Gerade da hapert es bei Werken, die für den Buchpreis ausgewählt wurden.
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Sechs Romane, die es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft haben. Von oben nach unten: "Außer sich" von Autorin Sasha Marianna Salzmann, "Die Kieferinseln" von Autorin Marion Poschmann, "Die Hauptstadt" von Autor Robert Menasse, "Romeo oder Julia" von Autor Gerhard Falkner, "Das Floß der Medusa" von Autor Franzobel und "Schlafende Sonne" von Autor Thomas Lehr. Quelle: dpa
Shortlist für den Deutschen Buchpreis

Sechs Romane, die es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft haben. Von oben nach unten: "Außer sich" von Autorin Sasha Marianna Salzmann, "Die Kieferinseln" von Autorin Marion Poschmann, "Die Hauptstadt" von Autor Robert Menasse, "Romeo oder Julia" von Autor Gerhard Falkner, "Das Floß der Medusa" von Autor Franzobel und "Schlafende Sonne" von Autor Thomas Lehr.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSechs Autoren können sich freuen. Ihre Bücher wurden auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis platziert. Die Liste ist die letzte Etappe, die Schriftsteller bestehen müssen, um den Deutschen Buchpreis in den Händen halten zu können. Der wird, wird jedes Jahr, zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben.

25.000 Euro erhält der Buchpreisträger – und damit viel Aufmerksamkeit von Handel und Medien. Dass über die Shortlist-Autoren so viel berichtet wird, kann Christoph Grieger erklären. Er ist selbstständiger Verkaufsberater und hält den Buchpreis vor allem für ein gut durchdachtes Marketing-Instrument. „Es wird mehr von einer Ware nachgefragt, wenn man das Angebot verknappt“, so Grieger.

Erklären kann man das laut Grieger so: Bücher würden über das Qualitäts-Kriterium verkauft. Wenn die Buchpreis-Jury aus 174 Romanen die 20 besten für die Longlist auswählt, sende das schon ein starkes Signal an die Käufer. Verknappe man das Angebot nochmal auf sechs Finalisten, wirke sich das erneut auf die Verkaufszahlen aus.

Verkaufsberater Grieger: „Das ist ein Qualitätsbooster, auf den Menschen reagieren. Sie können nun aus zwanzig schon guten Büchern die besten sechs auswählen – zum selben Preis.“ Außerdem würden die Titel durch die gestaffelte Wahl zum Buchpreisträger öfter genannt. So blieben die Autoren in Erinnerung.

Schaut man auf die Zahlen, zeigen sich tatsächlich erhebliche Auswirkungen. So hatte die Frankfurter Verlagsanstalt vor dem Buchpreis 23.000 Exemplare von Bodo Kirchhoffs Buch „Widerfahrnis“ verkauft. Nach der Auszeichnung waren es 150.000 – sechsmal so viele. Aber auch schon der Platz auf der Shortlist scheint die Leser zum Kauf zu ermutigen.

Nach Angaben des Verlages Jung & Jung wurden von Eva Schmidts Buch „Ein langes Jahr“ nach der Platzierung 8000 Stück verkauft – ebenfalls sechsmal so viele. „Auch jetzt werden alle Augen auf die sechs Finalisten gerichtet sein“, sagt FAZ-Literaturkritiker Andreas Platthaus. Doch nicht alle Verlage sind von der Marketing-Wirkung der Shortlist überzeugt.

„Hier hat noch niemand nach der Longlist gefragt“
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