Deutscher Kulturförderpreis 2011
Unternehmerische Kulturförderung trotzt Finanzmarktkrise

Der Deutsche Kulturförderpreis honoriert innovative Förderkonzepte in den Kategorien Kleine, Mittlere und Große Unternehmen. Von langfristigen Partnerschaften mit Kulturinstitutionen haben alle Beteiligten etwas.
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DüsseldorfEin apokalyptischer Reiter fliegt mit seinem sehnigen Pferd über eine Großstadt, aus der ein Hochhaus herausragt. Ist das ein Sinnbild für das Leid der Anleger auf dem Schlachtfeld eines aus den Fugen geratenen Finanzmarktes? Nein, das ist eine Holzskulptur des Berliner Bildhauers Hans Scheib, zu besichtigen auf der NordArt mitten auf dem platten Land zwischen Nord- und Ostsee.

Die NordArt ist mit rund 250 teilnehmenden Künstlern aus aller Welt eine Kunstausstellung der Superlative und seit 13 Jahren die Attraktion für das ländliche Publikum. Dies hat das jährlich wiederkehrende Sommerereignis dem Büdelsdorfer Wasserbau-Unternehmen ACO Severin Ahlmann zu verdanken. Spiritus Rector und Financier ist Firmenchef Hans-Julius Ahlmann mit seiner Frau Johanna. Nun nimmt das Ehepaar für seine engagierte und ausdauernde Förderung einer strukturschwachen Region den Deutschen Kulturförderpreis in der Kategorie mittlerer Unternehmen entgegen.

Der Preis ist ohne Parallele in Deutschland und deshalb etwas Besonderes. Selten schaut die Öffentlichkeit genauer hin, was Unternehmen auf dem Gebiet der Kultur- und Kunstförderung mit Ideen, Know-how und Risikobereitschaft alles leisten. Für den Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI, die Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt waren das entscheidende Gründe, als sie sich 2006 entschlossen, den Deutschen Kulturförderpreis zum ersten Mal auszuloben.

Bekenntnis zur nachhaltigen Förderung

In der Kategorie der kleinen Unternehmen fiel die Wahl auf das Leipziger IT-Unternehmen Alpha 2000 GmbH, das sich mit einem Kunstpreis als Anstifter für den Austausch europäischer Kulturen betätigt und dies auch noch mit der Partnerschaft eines Museums verknüpft. Die Auszeichnung für große Unternehmen erhält der Energiedienstleister Vattenfall Europe AG für die Veranstaltung des größten privatwirtschaftlich finanzierten Literaturfestivals.

Mit ihrem Bekenntnis zur nachhaltigen Förderung stehen Alpha 2000, ACO und Vattenfall nicht allein. „Ein deutlicher Trend geht zu langfristig angelegten Partnerschaften, die sehr facettenreich angelegt werden“, fasst Stephan Frucht, Geschäftsführer im Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI, die Erfahrungen der letzten Jahre zusammen. So fördert beispielsweise die GASAG AG als Partner eine Oper über mehr als eine Spielsaison. Gleichzeitig wird aber auch ein passendes kulturelles Bildungsprogramm am Haus über eine Projektförderung unterstützt.

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