Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2009
„Gier reicht als Erklärung nicht aus“

„Wirtschaft verstehen“ heißt das Motto des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises. Nikolaus Piper hat dieses Motto auf besonders überzeugende Weise umgesetzt. Für sein Buch „Die Große Rezession“ hat ihn die Jury zum Preisträger 2009 gekürt.
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FRANKFURT. „Die Geldmaschine namens Wall Street, die so viele Menschen reich gemacht hatte, begann im August 2007 zu stottern; in den folgenden zwölf Monaten wurde ihr Lauf immer ungleichmäßiger, bis sie am 15. September 2008 zusammenbrach. Seither ist die Welt eine andere.“ Mit ein paar Sätzen skizziert Nikolaus Piper in seinem Buch „Die Große Rezession“ die „größte Finanz- und Wirtschaftskrise seit über zwei Generationen“. Der Wirtschaftsjournalist war zur richtigen Zeit am richtigen Ort: seit Anfang 2007 als Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in New York. Und als Zeitzeuge hat er die Krise erlebt, beschrieben und analysiert.

Aber er schaut auch nach vorn, löst sich im Buch vom Tagesgeschehen und sucht nach Lehren aus der Krise. Dieser perspektivische Blick hat die Jury überzeugt: Nikolaus Piper hat den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Wirtschaftsbuchpreis gewonnen, den die drei Partner Booz & Company, Handelsblatt und Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobt haben.

„Die Jury war sich einig, dass das Buch das Thema der Wirtschaftskrise hervorragend beleuchtet. Nikolaus Piper gelingt es aufzuzeigen, dass sie zu verhindern gewesen wäre. Er macht sogar deutlich, an welchen Stellen man hätte eingreifen können und müssen“, sagte Laudator Stefan Eikelmann, Sprecher der Geschäftsführung von Booz & Company, am Donnerstagabend bei der festlichen Preisverleihung im Frankfurter Städel, „doch hat nicht das Thema den Ausschlag gegeben, sondern die Qualität des Buches“.

Denn nicht nur der perspektivische Blick Pipers gefiel der Jury, auch Sprache und Stil. „Dieses Buch löst den Anspruch des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises, die Vermittelbarkeit von wirtschaftlichen Zusammenhängen, am besten ein“, sagte Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse. Denn darum geht es bei der Prämierung des besten deutschen Wirtschaftbuches: Die Initiatoren wollen die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen.

Das große Thema Krise beherrschte in diesem Jahr die Shortlist. „Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Bedürfnis nach fundierter ökonomischer Analyse unglaublich erhöht“, sagte Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer, der Vorsitzende der Jury, „viele Menschen wollen wissen, wie es zu der Bankenkrise gekommen ist und was die realwirtschaftlichen Auswirkungen sind.“

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