Die Aufmüpfigen
Neu im Kino: "Die fetten Jahre sind vorbei"

Jan, Peter und Jule. Drei junge Menschen in Berlin. Peter und Jule haben etwas miteinander, später wird Jan etwas mit Jule haben, sehr zum Ärger von Peter.

Was die drei zusammenhält, ist ihre Unlust an der Gesellschaft, ihre Auflehnung gegen Sattheit und Selbstgefälligkeit, die fetten Jahre seien vorbei, sagen sie. Nachts steigen die beiden Männer - und später auch das Mädchen - in die Villen der Reichen ein. Sie klauen nichts, stellen aber die Möbel um, schmeißen das Sofa in den Pool, richten eine ziemliche Zerstörung an. Ein Zeichen wollen sie setzen. Viele Dialoge kreisen darum - auch wenn das mit der politischen Theorie dahinter nicht so ganz klappt.

Das ist der Schwachpunkt des Films: diese junge, rebellische Generation, die der junge österreichische Regisseur Hans Weingartner porträtiert, gibt es sie? Aus der anfänglichen Ernsthaftigkeit kippt der Film dann in eine schöne Komödie um - und wird richtig gut. Die drei kidnappen einen Villen-Besitzer und nehmen ihn mit auf eine Hütte in den Alpen. Nun ist der Mann aber ein Alt-68er.

Zwischen ihm, dem ehemaligen Revoluzzer, der inzwischen zum reichen Establishment gehört, und den jungen Möchtegern-Revolutionären entspinnen sich vergnügliche Situationen und Dialoge, die von den Schauspielern schön ausgespielt werden, Daniel Brühl darunter, Julia Jentsch, Burghart Klaußner. Da stimmt der Film, da hat er den richtigen Ton und die richtige Geschichte: da weht ein frischer Wind im deutschen Film.

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