Die Elbphilharmonie in Hamburg wird jezt gebaut
Startschuss für das gläserne Wahrzeichen

Die Entwürfe waren schon spektakulär, jetzt werden sie umgesetzt. In Hamburg entsteht die Elbphilharmonie, eines der aufsehenerregendsten Konzerthäuser in Deutschland. Nicht nur die Architektur, auch der Innenraum soll Außergewöhnliches bieten.

HB HAMBURG. Jedes Schiff, das in den Hamburger Hafen einlief, fuhr direkt auf ihn zu. Er war das erste, was Reisende aus Übersee von der Stadt Hamburg zu sehen bekamen: der Kaiserspeicher am Kaiserkai. Er wurde schnell zum Wahrzeichen der Stadt, jedoch während des Zweiten Weltkriegs zerstört und 1963 gesprengt. Ihm folgte ein neuer, moderner Kaispeicher A. Bald könnte dieser zum neuen Wahrzeichen werden, denn auf ihm wird seit gestern die neue Elbphilharmonie errichtet. Die spektakuläre Konzerthalle soll neben zwei Konzertsäalen für 2700 Besucher ein Luxushotel und Eigentumswohnungen beherbergen. Eine Plaza in 37 Meter Höhe wird für alle Bürger offen sein und bietet einen 360 Grad-Rundumblick über den Hamburger Hafen. Gedulden müssen sich die Hamburger jedoch noch - die Elbphilharmonie wird erst im Sommer 2010 eröffnet.

„Die Architektur der Elbphilharmonie ist symbolisch: auf ein traditionelles Backsteingebäude kommt eine gläserne Welle“, sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bei der Grundsteinlegung am Montag. Die Pläne für das Bauwerk stammen von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die weltweit für Aufsehen sorgen. So entwarfen sie die Allianz Arena in München, die Tate Modern in London und für die Olympischen Spiele 2008 planen sie das Nationalstadion in Peking.

Mit der Grundsteinlegung beginnt nun der Betrieb auf der Baustelle. Zunächst wird der historische Kaispeicher entkernt, die Fassaden bleiben erhalten. Der Rückbau des Kaispeichers erfolgt vom Dach her. Anschließend wird der Sockelbau im alten Kaispeicher errichtet, danach der spektakuläre Aufsatz mit seiner gläsernen Fassade oberhalb der neu errichteten Plaza hochgezogen.Der alte Kaispeicher wird als Parkhaus und für den Backstage-Bereich genutzt.

Auch im Innern soll die Elbphilharmonie Außergewöhnliches bieten. Die Architekten haben das aufgegriffen, was seinerzeit Hans Scharoun erstmals in der Berliner Philharmonie verwirklichte: Musik in der Mitte. „Wir möchten einen Raum entwickeln, der die Menschen sehr nah zum Musiker bringt. Die Menschen sollen den Raum bilden“, sagte de Meuron. Die Zuhörer sitzen, in einzelne Blöcke gegliedert, um das Orchester herum. Für die Akustik ist der Japaner Yasuhisa Toyota verantwortlich, der bereits an Konzertsälen wie der Suntory Hall in Tokio und der Disney Hall in Los Angeles beteiligt war. „Akustik an sich kann man nicht hören, sie unterstützt immer nur die Musik. Mein Job ist, dafür zu sorgen, dass diese Musik den Hörer auch beeindruckt“, sagt der Japaner.

Auch hinsichtlich der Spendenbereitschaft setzt das Konzerthaus Maßstäbe. 5000 Spender haben in anderthalb Jahren mehr als 64 Millionen Euro für das Prestigeprojekt gespendet. Mit Ausnahme der Dresdner Frauenkirche ist bislang noch nie so viel Geld für ein Kulturprojekt in Deutschland gesammelt worden. Das Projekt war jedoch in die Kritik geraten, als die Baukosten um mehr als 55 Millionen Euro von 186 auf 241 Millionen Euro stiegen. Der Anteil der Stadt erhöhte sich von 77 auf 114 Millionen Euro.

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