Die Geigerin Anne-Sophie Mutter sucht mit Mozart die Verbindung zwischen Himmel und Erde
Die Freundin der Stille

Einfach unglaublich sind ihre Schuhe – steil und hoch, nur von schmalen perlenbestickten Schnüren in Blau, Rot und Gelb dezent am Fuß gehalten. Kann man auf so etwas laufen? Sie kann. Zügig kommt Anne-Sophie Mutter mir entgegen, streckt die Hand aus und heißt mich willkommen. „Was wollen Sie trinken? Wasser?“ Sie schenkt ein.

Schmuck liebt sie nicht nur an den Füßen, die Uhr – am neonblau-leuchtenden Armband – ist mit einer Doppelreihe Brillanten besetzt, am goldenen Ring funkeln Diamanten.

Ansonsten ist Anne-Sophie Mutter eher schlicht gekleidet, Jeans, weißes Shirt, enggeschnittenes, dunkelgraues Jackett, die berühmte braune Mähne hinten zusammengebunden, so dass ihre großen braunen Augen noch stärker zur Geltung kommen.

Die strahlen gern, ebenso wie ihr Mund gern lacht. Anne-Sophie Mutter hat allen Grund dazu. In diesem Jahr gewann sie einen Grammy und gleich zwei Echos. „Ich freue mich über jede Auszeichnung“, sagt sie. „Auch wenn das atemlose Zuhören des Publikums während eines Konzerts für mich eine mindestens ebenso große Auszeichnung ist.“

In solchen Momenten der Realität zu entrücken, ganz in der Musik zu versinken, gehört für sie zu den größten Glücksmomenten im Konzert. „Wenn es einem gelingt, den Zuhörer bereits bei den ersten Takten gefangen zu nehmen und ihn mit sich auf diese musikalische Reise zu nehmen – das ist ein ganz unglaubliches Gefühl. Man ist völlig konzentriert im Hier und Jetzt. Und ausnahmsweise einmal geschieht alles völlig mühelos.“

Die Zuhörer in ihren Bann zu schlagen – das gelang der Geigerin von Anfang an. Zwar lernte sie als Kind ursprünglich Klavier. Doch eine Aufnahme von Yehudi Menuhin bezauberte sie derart, dass sie die Eltern bedrängte, ihr eine Geige zu kaufen.

Mit sechs Jahren gewann sie den Wettbewerb „Jugend musiziert“ mit dem „Ersten Preis mit besonderer Auszeichnung“, der höchsten Wertung, die hier je vergeben wurde – und war damit die allerjüngste Siegerin in der Geschichte des Wettbewerbs überhaupt.

Mit 13 faszinierte sie Herbert von Karajan. Der ludt sie nach Berlin zum Vorspielen ein und präsentierte sie daraufhin als Solistin mit den Berliner Philharmonikern der großen Musiköffentlichkeit.

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