Die Grillsaison geht weiter! Mit der richtigen Ausrüstung kann sich der wetterfeste Grillfreund am Winter erwärmen
Heiße Steaks im kalten Schnee

Es sind etwa plus fünf Grad Außentemperatur. Rund zwanzig Mitglieder des Deutschen Grill-Vereins stehen warm eingepackt unter einer überdachten Grillstelle in der Bonner Rheinaue. Ihre Blicke sind auf den Dreibein-Grill gerichtet - eine Autofelge, an die sie die Beine geschweißt haben.

Der Präsident des Bonner Vereins, Matthias Backes, schüttet Kohlen in das Heimwerkerteil und zündet sie an. In der Felge zieht die Luft von unten durch und bringt die Kohlen rasch zum Glühen. Dann bepackt er den Rost mit saftigen Steaks und Würstchen oben drauf. Neben dem Grill lodert ein Lagerfeuer, als Licht- und Wärmequelle.

Das Grillfieber bricht in Deutschland im Frühjahr aus und endet im September. Rund 80 Prozent der Deutschen versammeln sich im Sommer nach einer Grill-Studie von 2004 regelmäßig um den Grill. Grillmeisterschaften werden abgehalten, es gibt TV-Grillen, und in Leipzig versuchten 80 Barbecue-Köche, eine 333 Meter lange Bratwurst gar zu rösten.

Leidenschaftliche Griller, die jetzt schon bedauern, dass sich die Grillsaison zu Ende neigt, seien beruhigt: High-Tech-Grillöfen ermöglichen Grillversessenen, die Saison ganz komfortabel bis in den Winter hinauszuzögern. Etwas kerniger müssen die drauf sein, die am einfachen Holzkohlegrill ganzjährig Steaks bruzzeln.

Grillfans aus den USA machen es vor: Nach einer Studie von Harris Interactive mit rund 1 200 Grillbesitzern feuern 54 Prozent während des ganzen Jahres los - über 39 Prozent sogar bei Minusgraden.

Beim Deutschen Grill-Verein, der 2000 in Bonn gegründet wurde, brutzelt traditionell am 13. Januar die erste Wurst auf dem Rost. Die 40 Mitglieder wollen die Grillkultur vor allem in der untypischen Zeit von Oktober bis April pflegen. "Mit einem Heizstrahler, einem Lagerfeuer oder einfach nur entsprechender Bekleidung wird das Grillen auch im Winter zum Vergnügen", erklärt Matthias Backes euphorisch.

Wichtig ist eine überdachte Grillstelle, die hoch genug und gut durchlüftet ist - damit die Überdachung nicht Feuer fängt. Ohne Überdachung wird es selbst für die hartgesottenen Schlechtwettergriller des Vereins im Alter von sechs bis 60 Jahren lausig. Zumal sie auf allzu viel drumherum verzichten: Grillrost, Holzkohle, eine leckere Bratwurst oder ein Steak langen ihnen.

Ein Grill-Deckel ist erlaubt, der hält die Wärme zusammen und schützt vor Wind und Nässe. Außerdem kann ein Deckel zum Räuchern und Überbacken benutzt werden.

"Speziell im Schnee entwickelt sich eine schöne Atmosphäre am Grill", sagt Backes, der neben seinem Job als Grillmeister als Agrarwissenschaftler an der Uni Bonn arbeitet. Und das nicht nur, weil die Holzkohle wohlig knistert: Die stark frequentierten Grillplätze sind ab Oktober wie leer gefegt, man muss nicht um die Plätze rangeln.

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