Die meditative Stilllegung einer Raketenstation durch die Langen Foundation
Bilder der Stille

Die Langen Foundation hat einen großartigen Rahmen bekommen: Den Museumsbau des japanischen Stararchitekten Tadao Ando auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation Hombroich.

Kunst war für sie kein Luxus, sondern ein Bedürfnis: Viktor und Marianne Langen sammelten Kunstwerke, weil sie ihnen gefielen und weil sie mit ihnen leben wollten. Diese noble Einstellung wird nicht nur durch die hohe Qualität der Sammlung, sondern auch durch die Formate der Werke dokumentiert.

Das großartigste Format ist jedoch der Rahmen, den die Langen Foundation nun bekommen hat: Der Museumsbau des japanischen Stararchitekten Tadao Ando auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation Hombroich. Auf diesem kargen, geradezu abweisenden Gelände – weshalb es wohl gerade deshalb gut tut, 20 Kilometer vom schicken Düsseldorf entfernt zu sein – hatte die Nato einst Raketenköpfe gelagert. Nach der Stilllegung im Zuge der Abrüstung kam nun die endgültige, nahezu meditative Beruhigung durch die großartige Architektur Andos.

Der Weg führt durch einen weiten Betonbogen zum schlichten Bau aus Beton, Stahl und Glas, der auf einer Wasserfläche zu schweben scheint. Er beherbergt als Eröffnungsausstellung „Bilder der Stille“ aus Fernost und der westlichen Moderne. In einem wie ein Rollbild lang gezogenen, sanft-jadegrünen Raum sind zum ersten Mal in diesem Umfang aus der Langen-Sammlung rund neunzig Meisterwerke der japanischen Kunst vom zwölften bis 19. Jahrhundert ausgestellt.

Von dort steigt man zur Abteilung der Moderne hinab, wo nichts vom Kunstgenuss ablenken soll, nicht einmal Namen der Künstler und ihrer Werke – ganz im Stil Hombroichs. Wer will, kann sie im Katalog nachlesen: Cézanne, Braque, Léger, Beckmann, Magritte, Rothko, Klee, Miró.

Die Langen Foundation wird zweifellos zu einer Pilgerstätte für Architektur-, Kunst- und Naturfreunde werden. Genügsam wie Pilger sollten sie auch sein: Tadao Ando duldet keine Entweihung durch Essen und Trinken in seinem Tempel. Es gibt in unmittelbarer Umgebung weder ein gutes Hotel noch ein feines Restaurant – nur auf der anderen Landstraßenseite die Cafeteria der Museumsinsel Hombroich – die jetzt in doppelter Hinsicht einen Besuch wert ist.

Langen Foundation Museum Insel Hombroich Di. bis So., 10 bis 18 Uhr Eintritt 7,50 Euro, Kombiticket mit Museumsinsel, 15 Euro, am Wochenende 20 Euro (Imbiss inbegriffen) www.langenfoundation.de

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