Die merkwürdigen Abenteuer des Mr. Schultze
Neu im Kino: "Schultze Gets the Blues"

Wenn Sie sich an der Kunst eines hoch stilisierten Filmemachens erfreuen können, dann empfiehlt sich Quentin Tarantinos "Kill Bill Volume 2". Das genaue Gegenteil verspricht ein Film von Michael Schorr, "Schultze Gets the Blues".

Quentin Tarantinos "Kill Bill Volume 2" ist die Fortsetzung des ersten Teils, dennoch eigenständig, eine artistisch-artifizielle Hommage an die "martial arts", die Kunst des Kriegs. Das genaue Gegenteil verspricht ein Film von Michael Schorr, "Schultze Gets the Blues": Klein und unaufwendig gedreht, halb dokumentarisch, mit einem genauen Blick auf Menschen und Landschaften.

Diese Landschaften sind zunächst in Sachsen-Anhalt: eine trostlose Bergbau-Gegend; und später in Texas und Louisiana - wo es nicht minder trostlos ausschaut (Axel Schneppat führte eine vorzügliche Kamera). Im Mittelpunkt: Schultze. Er arbeitete im Kali-Bergbau, wird in den Vorruhestand geschickt, geht angeln, spielt Polka auf seinem Akkordeon. Eines Tages hört er im Radio einen Louisiana-Blues und verfällt den fremden Klängen.

Sein Heimatmusikverein schickt ihn zu einem "Wurstfest" im texanischen New Braunfels. Von dort wandert Schultze, einsam und allein auch hier, weiter, wird am Ende noch einmal ein paar Tage eines stillen Glücks finden bei einer verwitweten Frau in einem Haus am Fluss. Horst Krause gibt den Schultze als mürrisch-wortkarges Trumm von Mannsbild: eine ideale Besetzung. Die Menschen sind authentisch, die Stimmung ist von einer melancholischen Tristesse, die gelegentlich in eine treffsichere Komik übergeht. Man sieht etwas vom Leben, hier wie dort.

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