„Die Simpsons“
500 Mal politische Unkorrektheit

Wie Kinderfernsehen sieht die Zeichentrickserie „Die Simpsons“ höchstens auf den ersten Blick aus. Sie bringt seit mehr als 20 Jahren harte Satire. Jetzt läuft in Deutschland Folge 500 über den Bildschirm.
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New York„Nach welchem deutschen Politiker ist die Hauptstadt von Nord-Dakota benannt?“, fragt der TV-Quizmaster. „Hitler?“, sagt Fernsehzuschauer Homer Simpson unschuldig auf seiner Couch. Politisch korrekt waren „Die Simpsons“ noch nie. Das dürfte eines der Erfolgsgeheimnisse der amerikanischen Zeichentrickserie sein, die seit 1991 im deutschen Fernsehen läuft. Am kommenden Montag (28. Januar) um 20.15 Uhr sendet ProSieben bereits die 500. Folge.

Was heute die erfolgreichste Abendserie der US-Fernsehgeschichte ist, fing als Lückenfüller in der Comedy-Sendung „Tracey Ullman Show“ an - damals noch mit bizarr-kantigen Figuren. Die Show wurde 1990 abgesetzt. Aber zu dem Zeitpunkt hatten sich die „Simpsons“ schon selbstständig gemacht - und das sofort mit Erfolg.

Dem jungen Sender Fox verhalfen sie zum Aufstieg und den Erfinder Matt Groening machten sie zur Kultfigur. Der hatte sich - auch bei den Namen - an seiner eigenen Familie orientiert und einen ganzen Mikrokosmos geschaffen.

Die Gesellschaft rund um die gelbgesichtige, fünfköpfige Familie wächst immer mehr: Da sind der zynische Arzt, der eitle Journalist, der gierige Milliardär, der glatte Rechtsanwalt und der frömmelnde Nachbar. Irgendwie gibt es für jeden Menschen ein Gegenstück in der Fantasiestadt Springfield.

Die Deutschen tragen meist Lederhosen und werden wegen der Nazivergangenheit verspottet. In der Folge „Burns Verkaufen Der Kraftwerk“ (das war wirklich der Originaltitel) wird Deutschland aber als modern, sozial und erfolgreich geschildert.

Stars reißen sich darum, zwischen der gelben Familie aufzutauchen. Als Groening vor einem Jahr seinen Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood bekam, zählte er ein paar auf: „James Brown, Johnny Cash, George Harrison, Bob Hope, Michael Jackson, Jack Lemmon, Tito Puente und Elizabeth Taylor - und das sind nur die Toten!“ Vor zehn Jahren sprach sich mit Tony Blair gar ein amtierender Regierungschef selbst.

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