Die wichtigsten Antworten
Was ist Kunst - und was Kitsch?

Wie erkenne ich gute Kunst und wo finde ich sie? Welche Kunstrichtung ist zur Zeit die angesagteste? Die zwanzig wichtigsten Antworten für Einsteiger von Auktionen bis zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern.
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1. Wie finde ich als Käufer gute Kunst?
Schauen, schauen, schauen – um herauszufinden, was gefällt und den Horizont erweitert, Vorurteile revidiert und nachhaltig fasziniert. Seh- und Verständnishilfen bieten die exzellenten Ausstellungen der Ars-viva-Preisträger. Den Preis vergibt alle zwei Jahre der Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft. Aktuelle Preisträger sind Erik Bünger, Philipp Goldbach und Juergen Staack; ihre Werke sind momentan in Riga, ab Juni im Museum für moderne Kunst in Bremen zu sehen.

Auch regelmäßige Besuche in der Neuen Nationalgalerie in Berlin-Tiergarten, der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, dem Museum Ludwig in Köln, dem Kunstmuseum Stuttgart, dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, der Pinakothek der Moderne in München schulen den Blick.

Wohin das persönliche Interesse in der unübersichtlichen Welt der zeitgenössischen Kunst tendiert, lässt sich auch in öffentlich zugänglichen Privatsammlungen sehen – in München etwa bei Ingvild Goetz, in Berlin in den Sammlungen Boros, Haubrok und Hoffmann. Wer mehr wissen will, kann Mitglied werden in einem der 270 deutschen Kunstvereine.

2. Wie unterscheidet sich Kunst von Kitsch?

Beides ist Definitionssache und hängt stark vom Geschmack des Betrachters ab. Ein Zeichen für Qualität ist jedoch immer die Limitiertheit der Kunst. Masse widerspricht Klasse. Seit 100 Jahren sind Tabubruch und Grenzüberschreitung Prinzip der Kunst.

Für Jeff Koons’ kitschig schlichte Adaption eines Luftballons in magentafarbenem Chromstahl zahlte ein Sammler bei Christie’s 25,8 Millionen Dollar. Der Käufer mag in dem vergrößerten, banalen Luftgebilde den Einzug des Alltags in die Kunst feiern. Das, was jedermann umgibt, darf Thema der Kunst sein, darf Heiterkeit und Leichtigkeit verströmen. Das Ironische ist dabei das Künstlerische. Wenig zu schauen, wenig zum Nachdenken – Kitsch aus der Konsumwelt. Für den inhaltlich ausgerichteten Kunstliebhaber ist der Stahlkoloss nur gedankenlose, kostspielige Handarbeit. Den Überzug von „Balloon Flower“ aber so glänzend hinzukriegen ist tatsächlich Schwerstarbeit für Koons’ Assistenten.

3. Worauf muss ich achten, wenn ich ein Kunstwerk kaufe?

Bei einem Foto ist eine niedrige Auflage wichtig. Bei einem Gemälde, dass die Stammgalerie des Künstlers es für echt hält und dass es ins Werkverzeichnis aufgenommen wird. Solche Verzeichnisse kann der Künstler oder seine Galerie führen.

Am besten ist es, wenn ein Verlag dieses publiziert. Über ein gutes Werkverzeichnis verfügt zum Beispiel der Künstler Gerhard Richter. Hilfreich für spätere Schätzungen und Wiederverkäufe sind eine Signatur und Datierung auf der Rückseite sowie eine detaillierte Rechnung.

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