Die zunehmende Beteiligung asiatischer und russischer Käufer setzt den Markt unter Druck
Londons Auktionen stützen den Höhenflug der Zeitgenossen

Es gab in London wieder Rekordumsätze. Sotheby’s schaffte am 22. Juni 19,3 Mill. Pfund, Christie’s übertrumpfte dies einen Abend später mit 24,5 Mill. Die Folgeauktionen spielten jeweils noch einmal über 7 Mill. Pfund ein, so viel, wie vor ein paar Jahren noch die Prestigeauktionen.

LONDON. Der Contemporary- Markt rückt in geschlossener Formation nach vorn – in wachsendem Gegensatz zu den Moderne- und Impressionistenauktionen, bei denen ähnlich wie am Altmeistermarkt jedes Bild zum Einzelwagnis wird. „Alles wird teuer“, klagte der Düsseldorfer Kunstberater Jörg Bertz nach der Christie’s Auktion.

Es gab in London wieder Rekordumsätze. Man hat sich daran gewöhnt. Sotheby’s schaffte am 22. Juni 19,3 Mill. Pfund, Christie’s übertrumpfte dies einen Abend später mit 24,5 Mill. Die Folgeauktionen spielten jeweils noch einmal über 7 Mill. Pfund ein, so viel, wie vor ein paar Jahren noch die Prestigeauktionen. Rund zehn Prozent der Kunstgegenstände gingen zurück, oft in Fällen, wo die Taxen der Qualität der Bilder vorauseilen, wie es unweigerlich der Fall ist, wenn der Markt nach der Pfeife der Glücklichen tanzt, die Kunst zu verkaufen haben, wie es jetzt der Fall ist.

Englische Kunst war durchweg am teuersten und nicht nur durch lokale Gebote. Ein europäischer Sammler bezahlte den Toppreis für Francis Bacons Porträt „George Dyer staring into a Mirror“ – ein Rekordpreis von 4,9 Mill. Pfund (7,4 Mill. Euro), wenn auch nur für ein Einzelwerk. 2001 wurde Bacons Triptychon „Studies of the Human Body“ in New York für umgerechnet fast 5,5 Mill. Pfund versteigert.

Der von der englischen Presse schon fast hysterisch gefeierte Malerfürst Lucian Freud war gleich mit sechs Werken vertreten, die von dem teuren Kate-Moss-Porträt der Februar-Auktion angelockt waren. Es war zu viel des Guten. Wirklich überzeugend wurde hier Sotheby’s Cover-Lot zugeschlagen, das „Selbstporträt mit Feder“ von 1943. Sie sei lange schon auf das Bild erpicht gewesen, berichtete Spezialistin Cheyenne Westphal. Eingeliefert von Freuds ehemaligem Händler James Kirkman, brachte es nun telefonisch 3,7 Mill. Pfund. Zuvor war der winterliche Akazienbaum (1975) für 590500 Pfund verkauft worden, aber „Ali“, ein Halbporträt, war mit 1,2 bis 1,8 Mill. ebenso zu hoch taxiert wie bei Christie’s das kleine, mit über 1,8 Mill. Pfund irrwitzig überteuerte „Girl Holding a Towel“. Verkauft wurde der auch nicht gerade glücklich komponierte Akt „Bella“ (1,8 Mill. Pfund) und ein kleines Taubenbild für 120000 Pfund.

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