Dieter Moor
„ttt“-Glosse sorgt für Proteste im Internet

In seiner Glosse für das Kulturmagazin hat Dieter Moor sich über den kuriosen Flughafenbau in Berlin ausgelassen. Dabei hat er allerdings Zitate der Satireseite „Postillon“ verwendet – ohne sie kenntlich zu machen.
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BerlinARD-Moderator Dieter Moor (54) hat mit seiner Abschlussglosse im Kulturmagazin „ttt - titel thesen temperamente“ am vergangenen Sonntag für Aufregung gesorgt. In seinem satirischen Beitrag ging es um das Chaos am Berliner Flughafen - darin verwendete Moor Zitate eines fremden Autors, ohne sie kenntlich zu machen, wie die „ttt“-Redaktion auf ihre Facebook-Seite einräumte.

Moor sagte über den Flughafenbau: „Die Eröffnung ist verschoben auf weit hinter übermorgen. Die Verschiebung der Verschiebung droht verschoben zu werden. Was bleibt, ist allgemeine Sprachlosigkeit. Und da, genau da, machen Sprachforscher jetzt einen Vorschlag, der dieses Problem beheben könnte: Futur III - wäre gewesen worden sein.“ Moor machte dann noch einen kurzen Exkurs zur Hamburger Elbphilharmonie.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Autor Stefan Sichermann auf seiner satirischen Seite „Postillon“ formuliert, man habe die „neue Zeitform Futur III eingeführt, um Gespräche über Berliner Flughafen zu ermöglichen“. Beispiel: „Ich werde im nächsten Sommer nach Mallorca in den Urlaub geflogen wären gewesen.“

Nach Protesten im Internet veröffentlichte die Redaktion von „ttt“ auf ihrer Facebook-Seite folgende Erklärung: „Wir haben mit Dieter Moor gesprochen. Die Schlussglosse verfasst er mit einem Co-Autor und bringt sie sonntags mit zur Sendung. Das Thema hatte der Co-Autor im Internet an verschiedenen Stellen gefunden - Dieter Moor räumt ein, dass er diesmal nicht überprüft hat, ob eine genauere Quellennennung nötig wäre.“ Dies sei bei satirischen Texten nicht unüblich. Dennoch „Hier wäre bei allen Beteiligten mehr Sorgfalt angebracht gewesen.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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