Dietz-Werner Steck
„Schwäbischer Columbo“ feiert 75. Geburtstag

Auch ohne Trenchcoat wird er überall als "Bienzle" erkannt. Seinen Ruhestand außerhalb des Daseins als Kommissar genießt Dietz-Werner Steck in vollen Zügen. Heute feiert der „schwäbische Columbo“ seinen 75. Geburtstag.
  • 0

Stuttgart„Grantler?“ Dieses schwäbische Attribut heftet sich Dietz-Werner Steck gern ans Revers. Fast schon kokettiert er ein bisschen damit, ein südwestdeutscher Brummbär zu sein. Genau wie Kommissar Ernst Bienzle, sein zweites Ich. Jahre nach seinem Ausstieg aus der Tatort-Fernsehreihe wird er immer noch mit seinem Seriennamen angeredet. Eine so beliebte Heimat-Figur gibt der Schwabe nunmal nicht gern her. Den Schauspieler stört das wenig: Er sonnt sich ein bisschen im früheren Glanz und genießt dabei die ruhigere Zeit. Heute wird der überzeugte „Schwoab“ 75 Jahre alt.

Mürrisch ist seine Grundstimmung nicht, eher zuversichtlich. Aber die Antworten fallen knapp aus. Wie es ihm gehe ohne Bienzle? „Gut!“, sagt er kurz. Ein kleines bisschen grantelt er aber doch. „Ich gucke nicht oft Tatort“, betont er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Seine Serien-Nachfolger „Lannert und Bootz“ (Richy Müller/Felix Klare) hätten „keinen Lokalkolorit“ mehr. „Sie könnten auch in Hamburg ermitteln. Schade, dass es so austauschbar geworden ist.“ Viele Tatort-Fans würden den Abschied des charakterstarken Kommissars bedauern, der wegen seiner Art und seines Trenchcoats immer mit dem amerikanische Kult-Ermittler „Columbo“ (Peter Falk) verglichen wurde.

Die Beine legt Steck, der seinen Künstlernamen „Dietz“ weiterträgt, auch im „Serien-Ruhestand“ nicht hoch. Ein schwäbischer Film sei in Arbeit, sagt er. Mehr verrate er noch nicht. Auch Lesungen mit Tatort-Autor Felix Huby stehen weiter auf dem Programm. Nur vom Theater habe er jetzt mal Abschied genommen. „Das ist nichts mehr“, betont er. Die neu gewonnene Freizeit verbringt er bevorzugt mit seiner Frau Hanna, mit der er rund 40 Jahre verheiratet ist. Er schätzt es, wenn sie seine Leibgerichte Gaisburger Marsch, Linsen mit Spätzle und Maultaschen kocht.

Steck hat seine Fans nicht nur bei den Zuschauern. Tatort-Autor Felix Huby lobt den Schauspieler, der seine Ausbildung von 1959 bis 1962 an der Staatlichen Hochschule in Stuttgart gemacht hat, für seine Bescheidenheit und Bodenständigkeit. Nie habe sich Steck gesperrt, etwas zu spielen oder zu sprechen. „Mit ihm zu arbeiten war sehr angenehm“, sagte Huby der Nachrichtenagentur dpa. Steck habe das Bild der Romanfigur Bienzle in seinen gut 15 Tatort-Jahren mitgeprägt, räumt der Autor ein.

Vom Südwest-Rundfunk gibt es ebenfalls Komplimente: „Ich habe ihn als einen ganz fantastischen Gentleman kennengelernt“, sagte Manfred Hattendorf, Leiter der SWR-Abteilung Film und Planung, über Steck. Er schätze seinen Fleiß sowie seine „feine und verlässliche Art“. Selbstzweifel seien dem Mann nicht fremd. Die SWR-Kollegen hätten schon deshalb gern mit ihm zusammengearbeitet, weil er „alle auf dem Set zuvorkommend behandelt“ habe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dietz-Werner Steck: „Schwäbischer Columbo“ feiert 75. Geburtstag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%