Digitale Fotografie
Klick dich schlank

Komischerweise gefällt sich kaum jemand auf Fotos, vielleicht bis auf wenige Ausnahme-Schönheiten. Und am wenigsten auf jenen Foto, bei denen es darauf ankommt. Damit soll jetzt Schluss sein. Mit neuen Digitalkameras und Bildbearbeitungs-Programmen kann sich jeder eine Traumfigur am Computer malen und sein Gesicht dem eines Super-Models anpassen.

Bitte recht freundlich“, sagt der Fotograf. Schon gefriert das Lächeln zum Grinsen, der Bauch wird eingezogen und das Ergebnis ist – wie so oft – ein Reinfall. Damit soll jetzt Schluss sein. Für den gelungenen Schnappschuss braucht der Amateur nur noch Kamera plus entsprechende Software. Zusammen erschafft er sich damit eine Illusion, so schön und falsch wie Hollywood. Ganz ohne professionelles Know-how kann der Schnappschuss zur Set-Card mutieren, ohne Krähenfüße und Bierbauch.

Sie waren die Schlankmacher auf der jüngsten Photokina in Köln: die Digitalkamera-Modelle 927 und 967 von Hewlett Packard mit „Slimming“-Effekt. Damit kann ein Objekt zentimetergenau gestreckt oder gestaucht werden. Einfach die Problemzonen mit der Steuerung an der Kamera anpeilen und strecken, gleich nach dem Abdrücken. Und der oder die Abgebildete wird zur Lichtgestalt mit schlankem Gesicht und knackigem Po.

Was mit dem Entfernen der roten Augen bei Blitzbildern und der Sepiafärbung bei unattraktiver Blässe anfing, ist jetzt in eine nicht mehr zu bremsende Fotobearbeitung ausgeartet. „Beautification“, Verschönerung, heißt nun das Stichwort.

Dabei geht es nicht mehr bloß um Korrektur, sondern um Konstruktion. Minus zehn Prozent Körpermasse kann mit dem Slimming-Effekt erreicht werden, versprechen die Profis, und damit – zumindest bildlich gesehen – die Erfüllung des Traums vom flachen Bauch, von schlanken Beinen und straffem Po. Der Computer wird zum digitalen Schönheitschirurgen.

Doch was tun gegen die kleinen Fältchen? Der Dienstleister Anthropics bietet ein „Celebrity Makeover“ an. Mit der Software kann das Gesicht glatter, jünger und attraktiver werden, vorbildschön im Stil der Supermodels in den Hochglanz-Magazinen.

Das vorliegende Porträt wird einer aus mehreren Gesichtern zusammengesetzten digitalen Schönheit angeglichen. Als Grundlage dienen Gesichtsschnitte, die im Allgemeinen als schön empfunden werden. Das Ideal ist ein Durchschnitt, der real zwar nicht existiert, trotzdem aber als attraktiv empfunden wird.

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