„Digitale Lese-Appetithappen“
Erste Verlage stellen ihre Bücher online

Ein Jahr, nachdem Google seine Buchsuche in Europa gestartet hat, hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse eine eigene Plattform für das Lesen von Büchern im Internet vorgestellt.

DÜSSELDORF. Mit der so genannten "Volltextsuche Online (VPO)" können Internetnutzer vom Februar nächsten Jahres an deutschsprachige Bücher nach beliebigen Begriffen durchsuchen und an ihrem Computer zu Hause in Auszügen lesen. Google hatte seine Suchmaschine für deutsche Buchtexte vor einem Jahr ebenfalls auf der Buchmesse in Frankfurt vorgestellt. Die englische Version ging bereits vor zwei Jahren an den Start. Nutzer können bei Google Print den digitalen Bestand nach Suchworten durchforsten und einzelne Buchseiten probelesen, auf denen der Begriff gefunden wurde. Die Surfer können allerdings keine kompletten Bücher herunterladen.

Bisher wurden dafür laut Google mehrere hunderttausend Bücher in verschiedenen Sprachen eingescannt - ohne Zustimmung der Verlage. Das hat dem Suchmaschinenbetreiber neben dem Zorn einzelner Verlage und Bibliotheken auch erste Prozesse eingebracht. Inzwischen verwendet Google deshalb überwiegend alte Bücher, deren Urheberrecht abgelaufen ist.

Mit der neuen Plattform hofft die Buchbranche, dem Schicksal der Musikindustrie zu entgehen. Diese musste in den vergangenen Jahren massive Umsatzeinbußen hinnehmen, weil sie sich im Kampf gegen Internet-Piraterie und Online-Börsen verzettelte, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Alexander Skipis, in Frankfurt. Das besondere an der Plattform sei, dass die Verlage hier selbst bestimmen, welche Bücher in welchem Umfang und zu welchen Preisen online verfügbar sein sollen", sagte Skipis, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Rund 30 der 100 größten Verlage wollen bei dem Online-Projekt mitmachen, weitere 40 hätten ihr Interesse bekundet, heißt es. Skipis hofft im Frühjahr nächsten Jahres mit rund 10 000 Büchern starten zu können.

Eingebunden in das Projekt ist auch der Buchhandel. Wenn die Bücher gefallen, können sie direkt über die Plattform bei Online-Buchhändlern bestellt werden. Der Börsenverein als Dachverband von Verlegern und Handel hofft auch, die Verlage ins Boot zu kriegen, die derzeit bereits im Internet ihre eigenen Geschäftsmodelle erproben. "Bis Ende 2007 wollen wir in der Volltextsuche mindestens 100 000 Titel einstellen", sagte Skipis.

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