Dirty-Dancing-Festival
„Jeder will doch wie Johnny oder Baby sein“

Seit 2010 findet am Drehort von „Dirty Dancing“ ein Festival statt, was den Filmkult weiterleben lässt. Festivalleiterin Jo Beyerdorfer über die Grundidee und Menschen, die wie Johnny und Baby sein wollen.
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New York/Lake Lure Wassermelonen-Rennen, Hebefiguren-Wettbewerb, Tanzstunden und eine große Freilichtvorführung: Rund um den Kultfilm „Dirty Dancing“ feiert das kleine Städtchen Lake Lure im US-Bundesstaat North Carolina, wo viele Szenen gedreht wurden, seit 2010 jedes Jahr ein Festival. Unter den Besuchern seien von Teenagern bis Rentnern alle Altersgruppen dabei, sagte die Festivalchefin Jo Beyersdorfer (30) der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Festival zu einem Film - wie kam es dazu?

Beyersdorfer: „Schon immer sind Menschen nach Lake Lure gekommen, weil der Film hier gedreht wurde. Sie haben sich den See angeschaut - ja, genau den, in dem die berühmte Hebefiguren-Szene stattfand - und die schöne Natur genossen. Hier sind Wälder und man kann wunderbar wandern. Die Touristen-Information kennt sich gut aus und hat alle Besucher über die Drehorte informiert. Aber mehr wurde aus dem Ganzen erst, als Patrick Swayze 2009 gestorben ist. Auf einmal versammelten sich mehr als 1000 Menschen mit Kerzen am See, um Swayze zu betrauern. Da wussten wir, wir müssen etwas machen, um die Leidenschaft von Swayze zu feiern und die Magie dieses Films weiterzutragen. Beim ersten Festival 2010 kamen etwa 1000 Menschen, im vergangenen Jahr waren es schon 1500.“

2010 war der Film ja schon mehr als 20 Jahre alt. Warum kam das Festival erst so spät?

„Es war wohl so, dass manche Menschen hier ursprünglich nicht so glücklich damit waren, dass dieser Film hier gedreht wurde. Sie wussten einfach nicht, was sie erwarten sollten von einem Film, der „Dirty Dancing“ hieß. Und den Erfolg hatte natürlich sowieso niemand erwartet. Man dachte höchstens, dass es vielleicht ein netter romantischer kleiner Film werden würde, aber nicht dieser Klassiker. Das musste erstmal einsickern.“

Was können Besucher des „Dirty Dancing Festivals“ denn alles erleben?

„Eine ganze Menge! Es fängt an mit einer Freilichtvorführung des Films am Freitagabend direkt am See. Das ist immer großartig. Samstag gibt es dann den ganzen Tag Tanzstunden in einem Zelt am See - genau wie im Film. Wir haben auch immer ein Wassermelonen-Wettrennen und einen Hebefiguren-Wettbewerb im See. Drumherum gibt es Musik, Tanzvorführungen und Buden mit Essen.“

Und wer kommt da alles?

„Wirklich jeder, den man sich vorstellen kann. Männer, Frauen, Studenten, Teenager und über 60-Jährige. Auch aus dem Ausland sind schon Menschen angereist. Es scheint, dass einfach jeder sich mit diesem Film identifizieren kann.“

Was von dem Film ist denn nun wirklich in Lake Lure gedreht worden?

„Alles in und am See und alle Innenraum-Szenen. Hier stand mal eine Art Jungs-Camp. Das gibt es nicht mehr, aber in den Hütten wurden die Szenen in den Schlafräumen der Hotelgäste und -mitarbeiter gedreht. Auch die meisten Tanzszenen wurden dort gefilmt. Die Stufen, auf denen „Baby“ heruntertanzt, gibt es übrigens noch, viele Menschen lassen sich dort fotografieren. Die ganze Film-Crew wohnte damals im Hotel „Lake Lure Inn“, das gibt es auch noch und das Zimmer von Patrick Swayze ist heute die Patrick-Swayze-Suite. Während der Dreharbeiten muss es sehr heiß gewesen sein und danach haben sie im Hotel immer noch zusammen gefeiert, getrunken und getanzt, hat man mir erzählt.“

So viel „Dirty Dancing“ - können Sie den Film überhaupt noch anschauen?

„Oh, absolut! Für mich ist es einfach diese unendlich nachfühlbare Geschichte von einem Mädchen, das erwachsen wird und sich zum ersten Mal verliebt. Jeder will doch wie Johnny oder Baby sein.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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