Documenta in Kassel
Künstler gegen angebliche Zensur

Künstler, Wissenschaftler und Philosophen stellen ab heute bei der 13. Documenta aus. Doch schon an weltgrößten Kunstausstellung gibt es Kritik: Einige Teilnehmer glauben, dass die Leitung bestimmte Kunst verbietet.
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KasselZur Kunstausstellung documenta (13) erwarten die Veranstalter rund 750 000 Besucher. Die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bagarkiev sagte, sie sei glücklich, wenn sie die Zahl der vergangenen Ausstellung erreiche. Zudem wurde die bis dahin streng geheime Künstlerliste der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst präsentiert. Die „Weltkunstschau“ öffnet heute für das Publikum und dauert genau 100 Tage.

Mit so vielen Teilnehmern und an so vielen Orten wie nie zuvor präsentiert sich die Weltkunstausstellung (9.6. bis 16.9.) in der nordhessischen Stadt. Auf der Teilnehmerliste stehen fast 300 Namen - von Abdul bis Zuse -, aber bei weitem nicht alle sind Künstler. Eingeladen sind auch Wissenschaftler und Philosophen. Was diese Teilnehmer ausstellten, „mag Kunst sein oder nicht“, sagte Christov-Bagarkiev am Mittwoch. „Die Grenze zwischen dem, was Kunst ist und was nicht, wird unwichtiger.“ Der Kunstbegriff ist daher weit gefasst.

Bis Mitte September werden in Kassel eine dreiviertel Million Besucher erwartet, ebenso viele wie bei der Vorgängerschau 2007. Offiziell wird die Weltkunstschau, die nur alle fünf Jahre stattfindet, am Samstag von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Für genau 100 Tage steht Kassel dann wieder im Mittelpunkt der aktuellen Kunstszene.

Nicht nur inhaltlich hat die Amerikanerin Christov-Bagarkiev die weltweit am meisten beachtete Ausstellung ausgeweitet, auch räumlich: Kassel ist nicht der einzige Schauplatz - auch in Kabul, Kairo und einem Nationalpark in Kanada sind Aktionen geplant - „phänomenale Räumlichkeiten, an denen die documenta (13) physisch und konzeptuell verortet ist“, wie die documenta mitteilte.

Auch innerhalb Kassels wurde das documenta-Gelände so ausgeweitet wie nie zuvor. Neben Museumsräumen und einem Park wird Kunst auch an vielen alltäglichen Orten zu sehen sein - einem Kino und einem Bahnhof, in einem Bunker, Kaufhäusern oder einem ehemaligen Kloster, das einst Gefängnis, KZ und Besserungsanstalt war und heute als psychiatrische Klinik genutzt wird. In einem Park sind rund zwei Dutzend Holzhütten aufgebaut, in denen Kunst gezeigt wird. Damit wird die Ausstellung weitläufiger als je zuvor.

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Kritik an Zensur durch die documenta-Leitung

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