Dorotheum
Chinesen steigen beim Silber ein

Mit 9,6 Mio. Euro Gesamtumsatz für seine vierte Auktionswoche bekräftigt das Wiener Auktionshaus Dorotheum sein sanftes Wachstum. Am meisten verdient wurde mit den Sparten zeitgenössischer Kunst, historischem Silber und Klassischer Moderne. Ein Nachbericht.
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WIEN. Das Dorotheum bleibt auf saftem Wachstumskurs. 9,6 Mio. Euro brutto hämmerte das Wiener Auktionshaus in seiner "Vierten Auktionswoche" vom 23. bis 27. November ein, 900 000 Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Gut gefüllte, unverändert aufwendig gedruckte Kataloge sprechen für das Vertrauen in die Märkte, die allerdings weiterhin selektiv beboten werden. Das signalisiert auch die Schätzpreissumme, die wesentlich höher lag, bei 13 Mio. Euro.

Umsatzstärkste Sparte wurde mit 3,4 Mio. Euro überraschend die zeitgenössische Kunst (25.11.) - trotz der immer noch sehr mageren Verkaufsquote von 49 Prozent (235 Lose insgesamt), die es mit dem Design gemeinsam hat (24.11.). Besser schnitt mit 62 Prozent zugeschlagenen Losen und 1,8 Mio. Euro Umsatz die mit vielen schönen Arbeiten durchsetzte Offerte Klassischer Moderne ab (83 Lose, ausgeboten am 26.11.).

Uhren und Silber waren begehrt

Flüssig absetzen ließ sich am 27.11. das gängige Angebot an Armbanduhren - zu 84 Prozent. Auch Silber glänzte wieder, dank des Zuspruchs aus Russland und China. Die am 23.11. erzielte Verkaufsquote von 74 Prozent ist fast so gut wie im Mai; auch der Umsatz von 1,4 Mio. Euro, der um 400 000 Euro höher liegt als die Mindesterwartung, kann sich im Vergleich sehen lassen. Alles in allem runden sich die 2009 erzielten Erträge in dieser Sparte auf das beste je erzielte Gesamtjahresergebnis, das erst die Dezember-Auktionen abschließen.

Gänzlich neue Perspektiven eröffnen sich für die Silber-Sparte, weil die Chinesen zum ersten Mal mitmischten, animiert von neuer chinesischer Sprachkompetenz im Dorotheum-Team. Zwei Bieter waren es, die sich zu stolzen Preisen zwei der schönsten Stücke sicherten: den weinlaubumrankten, von einem knabbernden Eichhörnchen bekrönten St. Petersburger Deckelhumpen und den prachtvollen Prunktafelaufsatz mit dem reitenden Kaiser Joseph I. von Österreich. Sie bezahlten mit Kommission für den Humpen das Fünffache der Taxe, 55 200 Euro, für den Tafelaufsatz 46 660 Euro (10 000 bis 20 000). "Das wird die Zukunft sein", ist Silber-Experte Georg Ludwigstorff überzeugt, obwohl er dem kaiserlichen Prunkstück aus patriotischen Gründen ein paar Tränen nachweint.

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