Dorotheum
Erfolgreiches Debüt für „Austrian Design“

Im Wiener Auktionshaus Dorotheum fand die allererste rein auf österreichisches Design spezialisierte Auktion statt. Eine Pioniertat mit viel versprechendem Potenzial.
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WienWarum österreichische Innenraumgestaltung in der breiten Öffentlichkeit ab den 1920er/1930er-Jahren nahezu mit Ignoranz gestraft wird, entzieht sich jedweder Logik. Natürlich tauchen ab und an qualitätsvolle Unikate eines Oswald Haerdtls oder eines Josef Frank auf. Doch sie dringen auf dem internationalen Markt bei weitem nicht in jene Preiskategorien vor, die Sammler für Vergleichbares von Otto Wagner oder Josef Hoffmann zu berappen bereit sind, wiewohl Letztgenannte im Vergleich zu Eileen Gray ohnedies als Schnäppchen gelten.

Raffinesse „Made in Austria“

Dabei wurde diese Epoche in den letzten Jahren sogar museale Ehre zuteil. Die Reaktion auf dem heimischen Markt blieb verhalten. Christian Witt-Dörring ist Kunst- und Möbelhistoriker und Ausstellungskurator der Neuen Galerie (New York). Er hat eine Theorie über die bisherige Reserviertheit der Sammler, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist: Die Überzeugungskraft der Wiener Möbel und Beleuchtungskörper der Zwischenkriegs- und Wiederaufbauzeit, so meint er, liege eben „nicht in vordergründigen, leicht abrufbaren Reizen“, sondern verlangt vom Konsumenten quasi ein informiertes persönliches Engagement. Mehr oder minder schutzlos seien einst zu Recht geschätzte Arbeiten und deren Urheber bislang dem Vergessen ausgesetzt gewesen.

Kulturelles Erbe

Um die Bewahrung dieses spezifischen Segments kulturellen Erbes bemüht sich seit vier Jahren unter der Dachmarke „Design Tradition“ eine Gruppe von drei in Wien angesiedelten Kunsthändlern (Lichterloh, Kunsthandel Kovacs, Rauminhalt). Und auf deren Initiative hin entschloss sich das Dorotheum zur allerersten rein auf österreichisches Design spezialisierten Auktion. Seit Dezember 1995, als diese Sparte hier ihr Debüt gab, stellten österreichische Entwerfer eher eine Minderheit, zuletzt kaum noch das, schlicht weil Zaha Hadid oder anderes zeitgenössisches Design als internationale Verkaufsgaranten dominierten.

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Erfolgreiches Debüt für „Austrian Design“

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Beachtliche Verkaufsquote

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Museum schließt Lücken

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