Dorotheum
Gauermanns Alpenwirtschaft

Die erste Auktionswoche im Wiener Dorotheum blieb unter den Erwartungen. Anders als die Alten Meister machte das 19. Jahrhundert jedoch eine gute Figur. Wählerisch beboten wurden Antiquitäten.
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Wien 17 Millionen Euro war die Vorgabe, auf die sich die unteren Taxen der rund 1300 Objekten addierten, die in der ersten Auktionswoche des Jahres im Wiener Dorotheum zur Versteigerung gelangten. Ein dreitägiger Versteigerungsmarathon vom 12. bis 14. April, bei dem Einiges, auch viel versprechende Hoffnungsträger am Ende auf der Strecke blieben.

Im Ausland aufgestöberte Werke sind oft erfolgreich

Dabei hatten die Experten im Hauptquartier in der Wiener Innenstadt ebenso emsig akquiriert wie die Kollegen in den Niederlassungen, vor allem jene aus Deutschland und Italien. Wie hoch der Anteil der auf diese Weise importierten Positionen tatsächlich ist, darüber hüllt sich das Auktionshaus seit einigen Jahren eisern in Schweigen. Fakt ist, dass der Großteil der beispielsweise über die Niederlassung in Rom eingebrachte Gemälde Alter Meister und der Klassischen Moderne nach einem kurzen Gastspiel in Wien wieder nach Italien zurücktransportiert werden. Fakt ist außerdem, dass es zumeist im Ausland aufgestöberte Kunstwerke sind, die sich den Titel höchster Zuschlag der Spartensitzung oder gar der Auktionswoche holen. Diese werden wiederum von Kunden aus London, Berlin, Rom oder Moskau bewilligt.

Das Toplos galt als klassisches „Russenfutter“

Aktuell betrifft das etwa das dem Vernehmen nach zuletzt in Deutschland beheimatete Toplos der Woche. „Der Christusknabe mit dem kindlichen Johannes“ gehörte ehemals zur Kollektion der Spinolas, einer Patrizierfamilie aus Genua. Seit dem 19. Jahrhundert tingelte er als Rubens durch verschiedene Sammlungen und Ausstellungen über mehrere Kontinente. Ende der 1980er Jahre stuften Kunsthistoriker das Werk ab, auf (etwas) Rubens und (mehr) Werkstatt. Als klassisches Russenfutter bezeichnen Insider diese Kategorie und behielten trotz Engagements anderer Nationen am Ende Recht. Entgegen der Taxe (100.000/130.000) fiel der Hammer erst bei 450.000 Euro (Kaufpreis 558.030 Euro).

 

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