Dorotheum
Mit Top-Werten zur besten Halbjahressaison

Das österreichische Auktionshaus Dorotheum macht Rekordumsätze mit zeitgenössischer Kunst, Juwelen und Uhren. Bestseller sind die Vertreter der italienischen Avantgarde der 1960er-Jahre. Enttäuschend schneidet die Klassische Moderne ab.
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WienBis Ende Juni steht zwar noch die eine oder andere Versteigerung im Dorotheum auf dem Programm, der hauseigene Rekord für eine Halbjahressaison ist mittlerweile gewiss. Auch wenn das Auktionshaus für diese Bilanz wie zuletzt keine Umsatzzahlen bekannt geben wird, allein die Ergebnisse aus den im April und Juni abgehaltenen Auktionswochen summierten sich auf beachtliche 37,34 Millionen Euro brutto (inklusive Aufgeld, exklusive Nachverkauf).

Dazu trug die jüngste Sause vom 9. bis 12. Juni 2015 mit 21,53 Millionen bei, der höchste je in der Geschichte des Unternehmens verzeichnete Wochenumsatz (davor April 2010: 21,14 Millionen Euro).

Den stärksten Anteil steuerte aktuell die Sparte zeitgenössischer Kunst bei, wo sich die Besitzerwechsel (Verkaufsquote 78 Prozent) in zwei Sitzungen auf stattliche 14,14 Millionen Euro (Spartenrekord) summierten.

Gefragte italienische Avantgarde

Gemessen an ihren Ergebnissen entpuppten sich insbesondere Werke der italienischen Avantgardisten der 1960er-Jahre als Bestseller und dominierten mit sieben Platzierungen das Ranking der zehn höchsten Zuschläge des Abends. An die Spitze setzte sich erwartungsgemäß Enrico Castellanis „Superficie“ (1960) für das sich ein deutscher Käufer deutlich über der angesetzten Taxe von 450.000 bis 650.000 Euro mit 965.000 Euro (Kaufpreis inkl. Aufgeld, exkl. Folgerecht) durchsetzte. Auf Platz zwei rangiert Lucio Fontanas Frauenbüste aus Terrakotta (1949), die mit 588.533 Euro für mehr als das Doppelte des Schätzwertes einen neuen Besitzer fand.

Bemerkenswert auch das für Fausto Melottis filigrane Messingfigur „Linee“ (1961) bewilligte Resultat, das mit 369.000 Euro alle bisherigen Werte für eine plastische Arbeit dieser Werkperiode übertraf. Womöglich ein Schnäppchen, jetzt, da im Umfeld der Art Basel bekannt wurde, dass Hauser & Wirth künftig den Estate des 1986 verstorbenen Künstlers repräsentieren und ihn insbesondere außerhalb Europas zu vermarkten gedenken.

Aus der Erste Group-Sammlung

Aus österreichischer Perspektive sollte der Künstlerweltrekord für Max Weiler die Herzen der Patrioten höher schlagen lassen. Seine Kunstwerke werden laut der Datenbank Artprice zu 94 Prozent hierzulande versteigert. Das aus vier je 180 mal 180 cm großen Teilen bestehende Gemälde „Welt des Wachstums“ (1987) ließ mit 393.400 Euro den bisherigen Höchstwert für eine Arbeit des Künstlers weit hinter sich (225.000 Euro für „Dämonen“, 1969; im April 2013 Im Kinsky).

Das von einem anonymen Sammler ersteigerte Museumsformat zierte ehemals ebenso die Sammlung der einstigen Girozentrale (vormals „GiroCredit“, 1997 Fusion Erste Bank) wie „Maremma 13-1995“ von Markus Prachensky (45.000 Euro) und „Psalm 69“ von Ernst Fuchs (93.750 Euro). Das Trio gelangte Recherchen zur Folge im Auftrag der Erste Group zur Versteigerung und spielte deutlich mehr ein, als erwartet: 324.000 Euro abzüglich Gebühr und Fotokosten (Katalog), die nun in das Anschaffungsbudget für die „Kontakt“-Sammlung der Erste Group fließen.

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