Dorotheum
Umsatzrekord mit zeitgenössischer Kunst

Das Wiener Auktionshaus Dorotheum profitiert von seinem gut ausgebauten Netz ausländischer Dependancen. Das wirkt sich auch auf Angebot und Nachfrage im Bereich der zeitgenössischen Kunst aus. Noch nie konnte das Unternehmen in dieser Sparte so viel umsetzen.
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WienAuf dem Kunstmarkt setzt Österreich zunehmend auf internationale Handelspartner, wie die jüngst zum Jahr 2010 veröffentlichte Außenhandelsstatistik zeigt: Gemessen am Gesamteinfuhrwert für Kunstwerke und Antiquitäten von knapp 111 Millionen Euro, hatte Deutschland einen Anteil von rund 30 Millionen und lag damit noch vor den USA (28 Millionen.) und Italien (14 Millionen.). Ähnlich die Situation bei den Ausfuhrzahlen, wonach Deutschland mit 14,3 Millionen Euro führend ist, dicht gefolgt von den USA (11,60 Millionen.) und Großbritannien (11,46 Millionen.). Und diese Zahlen stehen wohl auch repräsentativ für die Einbringer- und Käuferstruktur des Dorotheums, das hierzu keine Details bekannt geben will.

Spartenrekord für die Gegenwartskunst

Das Gros der Akquisitionen läuft längst nicht mehr in heimischen Gefilden, sondern über die Niederlassungen in Düsseldorf, München und über Italien (Mailand, Rom). Das belegt auch die aktuell im Zuge der zweiten Auktionswoche des Jahres offerierte Offerte der Sparte Zeitgenössische Kunst. Auch wenn der Detailblick auf die Provenienzangaben der 235 Positionen nur ein eingeschränktes Bild liefert: In Österreich wurde mit knapp 15 Prozent nur mehr eine Minderheit akquiriert, bei einem guten Viertel des Angebotes finden sich überhaupt keine Angaben, am häufigsten scheint wiederum „Privatsammlung Italien“ (34 Prozent) auf.

Der Nachfrage tat dies Donnerstagabends rein umsatztechnisch keinen Abbruch, selbst wenn die endgütige Verkaufsquote nur bei den mehr oder weniger üblichen 60 Prozent verharrte. Einerlei, mit 5,61 Millionen Euro verbuchte man aktuell den vorläufigen Spartenhöchstwert, wenig mehr als die 5,36 Millionen im November 2007.

Raumerfahrung in Zartrosa

Die beiden Starlose, Anish Kapoors hohlspiegelartige Arbeit sowie Lucio Fontanas in zartrosa gehaltenes „Concetto spaziale“ stammten aus europäischen Privatsammlungen und suchten zum Schätzwert von 400.000 bis 600.000 Euro eine neue Heimat: Lucios universelle „Raumerfahrung“ wanderte für 582.300 (inkl. Aufgeld, exkl. Folgerecht) in die Schweiz ab, während Anishs schwindelerregende aber sublime Erlebniswelt für 754.800 Euro künftig ein österreichisches Interieur ziert. Erste Reihe fußfrei hatte sich ein Sammlerehepaar hier gegen die übers Telefon zugeschaltete Konkurrenz aus Italien, England und den USA durchgesetzt. Das markiert den höchsten Zuschlag der Woche, nicht nur in Österreich, sondern im deutschsprachigen Raum – gefolgt von 585.600 Euro, die bei Lempertz in Köln für Giorgio de Chiricos Gladiatoren-Bildnis aus dem Jahr 1927 bewilligt wurden.

Bereits vor der Sommerpause darf sich das Dorotheum über einen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres freuen: Allein die ersten beiden Auktionswochen brachte die Kassen mit 26,81 Millionen Euro (2011: 26,35 Millionen zum Klingeln, die anderen Spartensitzungen noch gar nicht einkalkuliert.

Ein detaillierter Bericht zur aktuellen Auktionswoche vom 21. bis 24. Mai folgt in der Printausgabe vom 1. Juni.

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