Download von Hörbüchern
Schnell mal ein Buch saugen

Die ganz eiligen, viel reisenden Manager haben das Herunterladen von Hörbüchern schon für sich entdeckt. Online-Portale zur Vermarktung der gesprochenen Bücher gewinnen an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen wollen an dem Boom teilhaben.
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LEIPZIG. Eine von den Hörbuch-Vermarktern Lübbe, Random House, Argon sowie Audible in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass vor allem Männer sich die Hörversionen immer öfter herunterladen. Gut 53 Prozent der Frauen greifen lieber noch zur CD, dagegen laden sich 64 Prozent der männlichen Hörbuchkäufer die Dateien lieber auf den Computer. "Bei Männern sind die Berührungsängste mit neuen Techniken geringer", sagt Arik Meyer, Geschäftsführer von Audible. "Aber über längere Sicht wird sich das angleichen."

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die "Downloader" unter den Hörbuch-Liebhabern verdienen ganz gut. Dass die Online-Versionen meist billiger sind, scheint also kein entscheidendes Kriterium zu sein. "Für die Zielgruppe ist der Zeitfaktor entscheidend", sagt Meyer. "Aber natürlich erwarten unsere Kunden schon einen Preisabschlag gegenüber den CDs."

Audible betreibt ein Portal für den Download von Hörbüchern. Seit dem Start des Portals Ende 2004 haben Kunden 880 000 Hörbücher heruntergeladen. Aktuell gibt es 60 000 Downloads im Monat. "Ich tippe, dass wir die Marke von einer Million Downloads noch in diesem Jahr erreichen", sagt Audible-Geschäftsführer Arik Meyer.

Das Geschäft mit den Download-Hörbüchern ist nach Angaben von Meyer komplex. Mit jedem einzelnen Verlag, Autor und Sprecher müssten die Rechte für die Online-Vermarktung ausgehandelt werden. Dies ist den Großen des Online-Buchversandhandels scheinbar zu umständlich: Der Branchenriese Amazon arbeitet in den USA bereits mit Audible zusammen.

Audible bietet die Hörbücher von 100 deutschen und 400 ausländischen Verlagen zum Download an. Die Kunden können 18 000 verschiedene Titel herunterladen, 4 000 davon auf Deutsch.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Mit Claudio ging Ende 2005 - also gut ein Jahr nach Audible - ein weiteres Hörbuchportal an den Start. Die Neulinge haben mit dem Buchgroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV) einen potenten Partner gewonnen. "Wir als Händler stehen vor der Aufgabe, neue Märkte zu entwickeln", sagt Frank Thurmann, Geschäftsführer von KNV. "Wir sehen den Markt reif, die Kunden an die Möglichkeit des Downloads zu gewöhnen." Doch eine gewisse Skepsis scheint Thurmann gegenüber diesem Geschäftsmodell noch zu hegen. "Es wird noch einige Jahre dauern, bis wir hier ein vernünftiges Handelsvolumen erreicht haben."

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