Drei Frauen
Neu im Kino: "Seit Otar fort ist"

Manchmal können Filme wunderbar einfach sein. Die junge Französin Julie Bertuccelli erzählt in ihrem Spielfilm-Debüt von drei Frauen, Großmutter, Mutter und Tochter, die zusammen in einer kleinen Wohnung in Georgiens Hauptstadt Tiflis leben.

Sie charakterisiert die drei Frauen aus drei Generationen auf liebevolle Weise und porträtiert ihren Alltag in ganz einfachen, wie beiläufigen Bildern und Dialogen. Wie genau sie das tut, kann man an der Sprache sehen: Georgisch wird bei normalen Verrichtungen des Alltags gesprochen; russisch, wenn es streng und offiziell zugeht; und französisch, wenn die Menschen ihr Herz öffnen.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Sie handelt von Otar, dem Sohn, der weggegangen ist nach Paris. Er ruft häufig an, und die Großmutter sitzt oft am Telefon und wartet auf seinen Anruf. Eines Tages bleiben die Anrufe aus. Otar ist bei einem Unfall tödlich verunglückt. Wir wissen es, die Mutter und die Tochter wissen es, nur die Großmutter weiß es nicht. Wie es ihr beibringen? Die beiden Frauen bringen es nicht fertig.

Durch kleine Notlügen (die Tochter schreibt Briefe "aus Paris", die die fehlenden Anrufe ersetzen sollen) versuchen sie, der Großmutter die schlimme Nachricht zu verheimlichen, auch dann noch, als sie alle drei nach Paris fahren, weil die Großmutter Otar sehen will. Das ist mit großer menschlicher Wärme erzählt, undramatisch, unaufdringlich, mit vielen kleinen Gesten. So wunderbar einfach kann Kino manchmal sein.

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