Dritter Hobbit-Film
Vom Kinderbuch zum Mega-Blockbuster

Die Hobbit-Verfilmungen gelten als eine der teuersten Kinoproduktionen aller Zeiten. Heute feiert der letzte Teil der Trilogie seine Weltpremiere. Wie die Filmbranche aus einem Kinderbuch ein Milliardengeschäft machte.
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Düsseldorf144 Minuten verbleiben den Millionen „Hobbit“-Fans noch, dann heißt es endgültig Abschied nehmen von einem der größten Film-Franchises aller Zeiten. Peter Jacksons dritter Teil der Hobbit-Trilogie feiert heute in London seine Weltpremiere.

„Die Schlacht der fünf Heere“ heißt das Werk, das am 10. Dezember auch in Deutschland in die Kinos kommt. In der entscheidenden Schlacht kämpft Titelheld Bilbo Beutlin darin um den riesigen Goldschatz des Drachen Smaug. Die beiden ersten Teile haben bereits fast zwei Milliarden Dollar eingespielt, der letzte Teil dürfte da noch etwas drauf setzen. Doch angefangen hat dieses Milliardengeschäft mit einem Kinderbuch.

Der britische Schriftsteller und Philologe John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) begann schon als Jugendlicher, eine eigene Mythenwelt zu entwickeln. Daraus sollte später Mittelerde werden, der Schauplatz für „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“. Getrieben durch ein unstillbares Interesse an Fabelwesen, Übernatürlichem und fremden Sprachen entwarf er so ein ganz eigenes Universum.

Nach der Geburt seiner beiden ersten Söhne John (1917) und Michael (1920) begann er, seinem Nachwuchs regelmäßig fantasievolle Geschichten zu erzählen. Die hatten zunächst wenig mit der Mythologie zu tun, an der er bereits akribisch feilte.

Das änderte sich mit seiner Erzählung „Der Hobbit“, die er 1930 begann. In die Geschichte fügte er seine bereits erdachten Figuren wie Elben, Zwerge oder Zauberer ein: Der Hobbit Bilbo Beutlin erhält in seiner Heimat, dem Auenland, ungebetenen Besuch.

Der Zauberer Gandalf taucht mit 13 Zwergen in seiner gemütlichen Höhle auf und bittet um Hilfe bei der Suche nach einem vom Drachen Smaug gestohlenen Schatz. Der Beginn einer abenteuerlichen Reise. Für seine Werke erfand der Philologe Tolkien sogar eigene Sprachen für seine Welt „Mittelerde“. „Quenya“ basiert dabei auf dem Finnischen, Sindarin auf dem Walisischen. Beide machte er zu Sprachen der Elben.

Seit 1925 war Tolkien da bereits Professor für Angelsächsisch an der Oxford University. Eine seiner ehemaligen Studentinnen vermittelte ihm 1937 den Kontakt zum Verlag Allen & Unwin, woraufhin Tolkien dem Chef des Unternehmens, Stanley Unwin, sein Manuskript zu „Der Hobbit“ vorlegte.

Unwin ließ seinen Sohn Rayner die Geschichte lesen – der 12-Jährige Tester war begeistert. Daraufhin veröffentlichte der Verlag das Buch unter dem Titel „The Hobbit or There and Back Again“ (zu deutsch: „Der Hobbit oder hin und zurück“). Zunächst mit einer schmalen Auflage von 1500 Exemplaren.

Kommentare zu " Dritter Hobbit-Film: Vom Kinderbuch zum Mega-Blockbuster"

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  • Der Hobbit WAR ein Kinderbuch

    Tolkien hat ihn seinen Kindern erzählt und erst mit Mittelerde weitergemacht, als die schon etwas grösser waren. Im Hobbit geht es um Mut und Phantasie.

    Im Film geht es um Mord und Totschlag.
    Bei gefühlten 30 toten OPM (Orcs Pro Minute)werden MEINE Kinder den Hobbit erst sehen, wenn sie 18 sind.

    Da lese ich denen lieber das Buch vor...

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