Düsseldorf und die Kunst
Ausweg im Streit um WestLB-Kunstwerke?

Bringt ein Gutachten den Durchbruch im NRW-Kunststreit? NRW-Finanzminister Borjans pocht auf eine Veräußerung zum Marktpreis – und sucht nach privaten Käufern. Er fürchtet Klagen von Kapitalgebern der WestLB.
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DüsseldorfDer Kunstschatz der zerschlagenen Westdeutschen Landesbank (WestLB) treibt Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) um. Seit Wochen tobt an Rhein und Ruhr ein Streit über den Umgang mit dem Kunstbestand der einstigen Düsseldorfer Landesbank. Die Kunstszene ist empört, will die Nachfolgegesellschaft der WestLB, die landeseigene Portigon, die Kunst doch verkaufen. Nun probt Walter-Borjans den Spagat.

Seiner Ansicht nach dürfen die Steuerzahler nicht belastet und die Werke nicht unter Marktwert verkauft werden. Der müsse nicht über eine Auktion, sondern könne auch über ein Gutachten ermittelt werden, sagte der Finanzminister Ende vergangener Woche im Haushalts- und Finanzausschuss des Düsseldorfer Landtags. Zugleich sucht er nach privaten Interessenten, um die Werke in Museen im Land zu halten – wobei er selbst „nicht in Frage“ komme, wie Walter-Borjans anmerkte.

Kein Wunder, allein der letzte Versicherungswert des Kunstbestands wurde auf 28 Millionen Euro taxiert. Die 400 Kunstwerke, davon 150 „schützenswerte Exponate“ – diese Zahl, die seit längerem kursiert, nannte Walter-Borjans nun selbst - dürften mehr wert sein.

Ein genaues Verzeichnis der Kunst in Besitz Portigons ist allerdings nicht bekannt, nur einige Werke wie zwei Bildtafeln der Frührenaissance, ein Gemälde von August Macke und zwei Stradivari-Geigen.

Der Kampf um die Kunst ist eine Spätfolge der Finanzkrise. Die WestLB, die einst größte und internationalste Landesbank, hatte sich damals heftig verspekuliert. Deren Nachfolgerin Portigon muss nun auf Geheiß der EU-Wettbewerbshüter abgewickelt werden – und damit auch alle Vermögensgegenstände, inklusive der Kunst.

Das Problem: Portigon meint, es gebe keine Alternative zum Kunstverkauf. Und auch Walter-Borjans fürchtet, andernfalls müsse Portigon mit Schadenersatzforderungen rechnen oder gar mit strafrechtlichen Konsequenzen.

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Die Kunstszene protestiert

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  • Wurde nicht ein internationaler Haftbefehl auf diesen Mann ausgestellt? Weshalb wird er nicht ausgeliefert und stellt sich seinem Prozess in der Schweiz?

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