Edelzigarren aus Kuba
Reife Rarität

Der Markt für Edelzigarren aus Kuba wird radikal umgekrempelt: mit Aged Cigars. Hinter dem wenig spektakulären Namen verbirgt sich eine neue Strömung, an der sich die Rauchgeister scheiden. Limitierten Jahrgangszigarren sollen weiteren frischen Wind in das Geschäft bringen.

Auf dem Online-Shop des Düsseldorfer Zigarren-Fachhändlers Marc Benden, cigarworld.de, hat die Geographie Zuwachs bekommen. Zusätzlich zu den gängigen Zigarren-Provenienzen – Kuba und Kanaren, Nicaragua und Sumatra – lockt neuerdings die Rubrik „Cuba (Aged Cigars)“ innovationswillige Raucher.

Hinter dem wenig spektakulären Namen verbirgt sich eine neue Strömung, an der sich die Rauchgeister scheiden. Der Raucher von Welt legt sich einen Zigarrenkeller an. Mindestens fünf Jahre sollten „Aged Cigars“ gelagert sein. Äußerlich gleichen die Churchills von Punch zu zwölf Euro oder die Celestiales Finos der Traditionsmarke Romeo y Julieta zu 11,25 Euro der gleichnamigen Tagesware allerdings aufs Haar.

Geschmacksverfeinerung durch Lagerung – Das erinnert an ewig reifende, sündhaft teure Bordeaux-Rotweine. Soll es auch. Vor allem kubanischen Tabaken wird nachgesagt, durch langes Liegen bei Dunkelheit und optimaler Luftfeuchtigkeit an Finesse zu gewinnen.

Der Vergleich hinkt dennoch: Jorge Hernandez, Vertreter des halbstaatlichen kubanischen Zigarren-Imperiums Habanos S.A. beim deutschen Alleinimporteur Fifth Avenue, gesteht selbst Spitzenprodukten keinen Ewigkeitsbonus zu: „Für eine Cohiba Siglo liegt die Lagerfähigkeit bei zehn bis 15 Jahren.“

Einen Reiz üben Aged Cigars auf Zigarrenliebhaber auch durch ihre nicht berechenbare Verfügbarkeit aus. Theoretisch ließen sich „ge-age-te“ Zigarren zwar unbegrenzt erzeugen. Die Praxis aber ist anders. Die Kubaner sind an einem schnellen Warenumschlag interessiert; und Fachhändler verfügen weder über den Lagerraum noch über das Budget, eine große Bevorratung zu finanzieren.

Tatsächlich kommen die begrenzten Mengen gealterter Zigarren aus Importeurs-Beständen. Verkalkuliert sich ein Importeur beim Einkauf und bunkert Ware, die er am Ende nicht loswird, bietet er sie auf Überschussbörsen an.

So kam auch der Düsseldorfer Marc Benden an seine alten Zigarren: Fifth Avenue übernahm 200 Kisten der Punch-Churchills vom schwedischen Importmonopolisten und bot sie deutschen Fachhändlern an.

Benden – zwei Läden, ein Online-Portal sowie eine komfortable Zigarren-Lounge – wirbt für die Altertümchen mit Herstelldatum. So die Celestiales Finos von Romeo y Julieta: „Das Boxing Date ist 12/97 oder 8/98, die Cigarren haben aktuell einen Reifungsprozess von zirka acht Jahren hinter sich.“

Seite 1:

Reife Rarität

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%