Eichel gegen steuerbegünstigte Filmfonds in Deutschland
Kanzler will deutschem Film helfen

Die im Aufschwung befindliche deutschen Filmbranche kann auf die Unterstützung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zählen. Bei einem Treffen mit Filmproduzenten gestern in Berlin sagte der Kanzler nach Angaben eines Regierungssprechers "die ergebnisoffene Prüfung verschiedener Finanzierungsinstrumente für die interessante Wachstumsbranche" zu.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. An dem Treffen im Kanzleramt nahm auch Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) teil. "Es ist eine Freude zu hören, dass der Kanzler die kleine Filmbranche als eine Zukunftsbranche betrachtet", sagte gestern Georgia Tornow, Generalsekretärin der Produzentenvereinigung Film 20, zu der Branchengrößen wie Constantin Film oder UFA zählen.

Eine Arbeitsgruppe aus je drei Vertretern von Filmwirtschaft und Bundesregierung soll bis zum nächsten Kanzlertreffen in drei Monaten unter anderem prüfen, ob ein steuerbegünstigtes Fonds-Modell (Sale-and-lease-back) nach britischen Vorbild in Deutschland eingeführt werden kann. Dabei verkauft der Produzent seinen Film an Investoren und least ihn anschließend steuermindernd zurück. Damit soll Geld, das bisher in Hollywood investiert wird, in die heimische Filmbranche umgeleitet werden. Deutsche Anleger investieren jährlich über zwei Mrd. Euro.

Gegen steuerbegünstigte Filmfonds in Deutschland stemmt sich Eichel bisher. Er will Steuersubventionen abschaffen und neue Präzedenzfälle unter allen Umständen vermeiden. Die Filmwirtschaft argumentiert, dass es sich bei den Fonds nicht um eine klassische Subvention, sondern um eine Steuerstundung zur Schaffung eines innovativen Finanzierungsinstruments handele. Steuerbegünstigte Filmfonds gibt es schon in fünf EU-Mitgliedstaaten.

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