Eigenheim im Kleinformat
Minivilla statt Wohnklo

Mobile Minihäuser sind längst keine Lösung für soziale Randgruppen mehr. Während Trailerparks in Amerika Sammelpunkte gestrandeter Existenzen sind, verstehen Architekten ihre Kleinstlösungen als Nischenlösungen für brachliegende Filetgrundstücke. Architekten zeigen, wie geräumig das Eigenheim im Kleinformat sein kann.

Gerold Peham kam seine Eigenheimidee in Neuseeland. Dort hatte der Innenarchitekt gesehen, wie Häuser mit der Motorsäge einfach in der Mitte durchgeschnitten wurden, um sie zu transportieren und an anderer Stelle aufzubauen. Ein gemauertes Haus auf eigenem Grund, das schien ihm wie ein Klotz am Bein, zu unflexibel, zu teuer. Und auch zu groß. „Ich habe nicht den Anspruch, auf 120 Quadratmetern zu leben“, sagt Peham. Er wollte lieber ein kleines Heim, modern, attraktiv und transportabel. Und dazu ein Grundstück pachten, um bei Bedarf wieder umziehen zu können – mit den eigenen vier Wänden.

Während die jahrzehntelange Karriere im Unternehmen an einem Standort die Regel war, ist sie mittlerweile zur Ausnahme geworden. Jobnomaden ziehen dorthin, wo die Arbeit anfällt. Entsprechend schwer tun sie sich mit dem Immobilen der Immobilien. Peham fragte das Architekturbüro von Hobby A. um Rat und gemeinsam entwickelte man das Nomadhome, eine Art Legohaus zum Zusammen- und Auseinanderbauen.

Jedes Teil kann mit einem Lastwagen transportiert werden, ohne Überbreite. Vor Ort ist das Haus in zwei bis drei Tagen montiert. Das Stecksystem basiert aus 2,55 mal 4,85 Meter großen Modulen. Die Elemente bestehen aus einer Stahlkonstruktion, die isoliert und verkleidet wird. Zwei ergeben einen Rahmen, vier das minimale Haus mit 22 Quadratmetern. Ab da ist ein stufenweiser Ausbau in Elferschritten möglich. Die Stadt Salzburg orderte ein 33-Quadratmeter-Modell als Infopavillon zum Mozartjahr. Und Peham wohnt mittlerweile auf 77 Quadratmetern.

77 Quadratmeter für ein Eigenheim klingen nach qualvoller Enge und maximaler Beschränkung, aber die gefühlte Fläche liegt deutlich darüber. Peham hat das Haus mit mobilen Elementen eingerichtet. Ein Sideboard entpuppt sich als Küchenblock – dessen Abdeckplatte wird auf Schienen vor- oder zurückgeschoben und dient dann als zusätzliche Arbeitsfläche oder als Bar. Regale und Sofas stehen auf Rollen und können beiseite geschoben werden, wenn Gäste kommen.

Mobile Minihäuser sind längst keine Lösung für soziale Randgruppen mehr. Während Trailerparks in Amerika Sammelpunkte gestrandeter Existenzen sind, verstehen Architekten ihre Kleinstlösungen als Nischenlösungen für brachliegende Filetgrundstücke.

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