Ein kleiner, aber feiner Film
Den Müll nach Amerika schicken

Mit „Lost in Translation“ tritt Sofia Coppola aus dem Schatten ihres berühmten Vaters.

Sie ist eine gescheiterte Schauspielerin, die sich stets am Werk ihres Vaters messen lassen muss, er ein fast vergessener Clown, der sein Comeback versucht. Gemeinsam sind Sofia Coppola und Bill Murray ein ungewöhnliches Paar, das mit einem ebenso ungewöhnlichen Film gerade für Furore sorgt. Dabei ist „Lost in Translation“ doch nur ein kleiner Film, der gerade mal vier Millionen Dollar kostete, aber alle Kritiker bisher im Sturm eroberte. Bill Murray wird für seine Darstellung bereits für den Oscar gehandelt, und Sofia Coppola beweist mit ihrer dritten Regiearbeit, dass sie nicht mehr länger im Schatten ihres Vaters Francis Ford Coppola („Der Pate“) steht.

Schüchtern ist die 32-Jährige aber dennoch geblieben, während der 53-jährige Murray sich im Laufe des Gesprächs – wie nicht anders zu erwarten – zur Stimmungskanone entwickelt.

Handelsblatt: Mrs. Coppola, stimmt es, dass Sie den Film ohne Bill Murray nicht gemacht hätten?

Coppola: Ich hatte zumindest sofort Bill im Kopf, als ich die Geschichte schrieb. Ich habe ihn mal in dem Film „. . . und täglich grüßt das Murmeltier“ gesehen und war überrascht, wie charmant er darin war. Seitdem ist Bill für mich der geborene Romantiker.

Murray: Aber sie hat sich lange Zeit gelassen, mir die Rolle anzubieten. Ich traf alle möglichen Leute, die mir ständig zuflüsterten, dass Sofia eine wunderbare Rolle für mich geschrieben hätte. Ich kam mir vor wie eine schwangere Elefantenkuh, die nach zwei Jahren endlich ihr Junges wirft.

In „Lost in Translation“ spielen Sie Ihre erste Hauptrolle seit Jahren. Blieben die Angebote aus, oder hatten Sie schlichtweg keine Lust mehr?

Murray: Glauben Sie bloß nicht, es hätten sich mir keine Gelegenheiten ergeben. Klar hätte ich mich öfter auf der Leinwand zeigen können, aber wenn ich auf die wenigen Filme als Nebendarsteller zurückblicke, ist keiner dabei, für den ich mich schämen müsste. Ich will nur noch die Jobs machen, die mir was bedeuten und mich mit tollen Leuten wie Sofia zusammenbringen.

Konnten Sie sich mit dem alternden Filmstar aus „Lost in Translation“, der seine beste Zeit hinter sich hat, ein wenig identifizieren?

Murray: Insofern, dass ich die Situation kenne, wenn man in einem fremden Land ist, die Sprache nicht kennt und sich irgendwie verloren vorkommt. Man wacht mitten in der Nacht auf, weiß im ersten Augenblick nicht, wo man ist, und deine Freunde sind weit, weit weg.

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