Ein kubanischer Clan zwischen Rum, Revolution und Reichtum
Nicht mehr als ein Bacardi-Feeling

Bacardi - dieser Name ist sinnlich aufgeladen. Schließt man die Augen, streicheln Sonne, Sand und Meerwasser die Haut, schmeckt die Zunge Rohrzucker auf Eis, klingt die Hymne "Come on over, have some fun, dancing in the morning sun" in den Ohren. Infiziert vom Bacardi-Feeling war auch die Journalistin Ursula Voss.

HB DÜSSELDORF.Für ein Radiofeature reiste die Lateinamerika-Expertin nach Kuba. Zurück kehrte Voss mit einer Biografie über den Familienclan der Bacardis. Ihr Werk zeigt, dass im Geschäft mit dem hochprozentigen Zuckerrohrbranntwein selten eitel Sonnenschein herrschte.

Als Don Facundo Bacardi y Mazo 1862 seine Brennerei gründet, hat er zwar gerade eine Pleite als Kleinhändler hinter sich, doch sein Selbstbewusstsein hat darunter nicht gelitten. Seine Vision ist es, einen besonderen Rum herzustellen. Nicht jenen billigen Fusel, mit dem sich Seeleute seit über zwei Jahrhunderten betäuben. Der Bacardi-Rum soll spanischem Brandy und französischem Cognac ähneln.

In den sechziger Jahren verlässt die Familie Kuba in Richtung USA. Heute ist Rum der Marke Bacardi nicht nur salonfähig, sondern schlichtweg das Synonym für den karibischen Branntwein aus Zuckerrohr. Hinter der Marke steht ein Konzern mit zuletzt fast drei Mrd. Dollar Umsatz, der auch nach sechs Generationen noch mehrheitlich in Familienhand ist.

Der Aufstieg gelingt durch eine Mixtur aus Qualitätsprodukt und gutem Marketing. "Die Welt der Bacardis wurde ein allgegenwärtiges, sonnendurchflutetes Ferienwunderland - ein Äquivalent der Alkoholindustrie zu Marlboro Country", schrieb 1990 der amerikanische Autor Peter Foster, auf den Voss in ihrem Buch "Die Bacardis" wiederholt zurückgreift, um Zusammenhänge deutlich zu machen.

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