„Ein Mischwesen zwischen Künstler und Dienstleister“
Kokon gegen den Krieg

Der Kimono-Künstler Gianni Sarto gestaltet seine Unikate für Individualisten – und für den Frieden.

Er bezeichnet sich als „Zentral- Bayer“ mit irgendwann italienischer Abstammung. Gianni Sarto. Klingt wie ein Künstlername. Er sieht auch wie ein Künstler aus, ist auch einer. „Ein Mischwesen“, sagt er, „zwischen Künstler und Dienstleister“. Als solcher schafft er ein schlichtes Teil in immer wieder neuer, faszinierender Schönheit: den Kimono.

Der Schnitt ist klassisch, die Interpretation oft modern, wobei Sarti die traditionelle Form mit großem Respekt adaptiert: „Wir können uns andere Kulturen aneignen, aber wir dürfen uns nicht über sie lustig machen.“ Was nicht heißt, dass nicht auch mal ein plakativer skandinavischer Stoff verarbeitet wird, der dann durchaus harmoniert mit der geometrischen Grundform. Dann aber kann es auch wieder ein kostbarer Goldbrokat aus Kyoto sein. Bei allen neuzeitlichen Einflüssen, einen Eindruck will Sarti auf keinen Fall erwecken: „Ich mache keine Japan-Dirndl.“

Wie im alten Japan ist jeder von seinen Kimonos ein Unikat – einzeln von Hand zugeschnitten. Die Stoffe werden vorbereitet, vorgewaschen, entsprechend gebügelt. Sarti verarbeitet Materialien aus der ganzen Welt, meist indische Seide, auch italienische. Die Baumwolle kommt meist aus Indien. Manchmal werden feine und rustikale Stoffe in einem Modell kombiniert.

Sartis Varianten der Vorbilder sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, wenn man sie dann aber im Wortsinne begreift wirkt ihre Machart beinahe philosophisch: Man kann die Modelle wenden, von beiden Seiten tragen. Der Saumbesatz ist oft gestuft oder unterbrochen – „gegen das lineare Denken“, erklärt der Kimono-Künstler. Alte Handwerksformen kommen auf den großzügigen Stoffflächen besonders gut zur Geltung: Patchwork, Applikationen, Seidenmalereien.

Die Durchschnittspreise für Sartis Unikate liegen bei 420 Euro für Baumwolle und bei 680 Euro für Seide, kostbare Stücke kosten auch schon mal knapp 5 000 Euro, manche noch mehr, wenn zum Beispiel Stoffraritäten zum Einsatz kommen wie Gewebe aus Pfauenfedern.



Seite 1:

Kokon gegen den Krieg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%