Ein US-Buch beschreibt die Doppelrolle der Staranalysten im Börsenboom
Überall Schurken

Eine Hand voll Schurken, Hunderte mehr oder minder gutgläubige Mitläufer und Hunderttausende naive Opfer - jemand musste den grandiosen Erzählstoff der großen Internet-Spekulationsblase verarbeiten.

Der US-Journalist Charles Gasparino hat nun ein spannendes, detailreiches Buch über Aufstieg und Fall dreier Staranalysten vorgelegt, die im verrückten Börsenboom der späten 90er-Jahre die Wall Street in ihrem Bann hielten.

In "Blood on the Street" schildert Gasparino, wie Aktien-Gurus mit euphorischen Kaufempfehlungen die Aktienkurse trieben und gleichzeitig ihren Arbeitgebern lukrative Investmentbanking-Aufträge verschafften. Unzählige Anleger, die den Tipps blind folgten, ahnten nichts von der Doppelrolle der Analysten, die auch als Investmentbanker agierten.

So erzählt Gasparino, wie Jack Grubman, einst Telekomanalyst der weltgrößten Bank Citigroup, mit seinen Kaufempfehlungen die Aktienkurse einer ganzen Branche nach oben schrieb. Scharen von Investoren folgten seinem Rat blind. Diese Macht nutzte Grubman skrupellos, um Citigroup-Konzernchef Sandy Weill zu gefallen.

Gasparino, der den Boom als Reporter des Wall Street Journals begleitete, pickt neben Grubman zwei weitere Staranalysten heraus: Henry Blodget, den blonden, blauäugigen Internet-Analysten der Investmentbank Merrill Lynch, und Mary Meeker, die spröde Internet-Königin von Morgan Stanley. Auf Basis unzähliger Interviews, Dokumente und E-Mails strickt Gasparino Tausende kleine Geschichten zu einer Gesamtschau des surrealen Börsenbooms zusammen.

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