Eine Liebe - Von Alexander Sokurov
Neu im Kino: "Vater und Sohn"

Alexander Sokurov aus Sankt Petersburg ist ein Regisseur, der in Bildern denkt, ein Maler mit der Kamera, ein Erfinder hinreißender visueller Kompositionen.

Er ist auch dann noch bemerkenswert gut, wenn ihm die Geschichte aus den Augen gerät, wenn er nur noch in Episoden erzählt (wie zuletzt in seinem Eremitage-Film "Russian Ark"). Sein neuer Film, Teil einer Trilogie über die Familie, bemüht sich erst gar nicht um eine Geschichte. Einer Beziehung wird nachgespürt: zwischen einem Vater und seinem Sohn, in einer Dachwohnung in einer nördlichen Hafenstadt (die Sokurov synthetisch aus Sankt Petersburg und Lissabon zusammensetzte).

Diese Beziehung funktioniert wie ein Magnet: Die beiden ziehen sich an, mal wie Freunde, mal wie Brüder, mal wie Liebende. Der Rest der Welt bleibt so gut wie ausgesperrt. Der Vater hat seine Karriere beim Militär aufgegeben, der Sohn versucht, möglichst oft mit ihm zu sein. Der Sohn will, einerseits, die Beziehung zum Vater, die eng ist und vollgefüllt mit Erinnerungen, weiter halten; und muss, andererseits, weg, sein eigenes Leben führen. Was aber, Frage eines liebenden Sohnes, geschieht dann mit dem Vater, kann er ihn alleine lassen? Alexander Sokurov entwickelt diese Vater-Sohn-Beziehung in vielen Schattierungen, mit moralischer Rigorosität und psychologischer Tiefe. Sein Film ist ein Film der Gesichter, der Emotionen, der Befindlichkeiten. Es ist ein kühner Film, der faszinieren, aber auch abschrecken kann.

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