Elbphilharmonie
Hamburg braucht nun ein Super-Festival

Ein teurer Musikpalast allein reicht nicht. Die Hansestadt sollte den Schwung durch die neue Elbphilharmonie nutzen, um ihre Vorzüge auszuspielen: mit einem Hamburg-Festival nach dem Muster der Berlinale. Ein Kommentar.
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HamburgDas Versprechen der Olympia-Gegner in Hamburg war luftig. „Etwas Besseres als Olympia“ wollten sie mit dem Geld anfangen, lautete der Slogan. Vor gut einem Jahr setzten sie sich gegen das politische Establishment durch.

Die Bürger erteilten der geplanten Bewerbung um die Spiele 2024 in einer Abstimmung eine Absage. Eine bessere Verwendung für die 200 Millionen Euro jährlich, die Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) für das Projekt reservieren wollte, ist bislang jedoch noch nicht aufgetaucht.

Doch die Eröffnung der Elbphilharmonie bietet die Chance auf zumindest einen Teil der internationalen Aufmerksamkeit für Standort und Reiseziel, die die Olympia-Bewerbung bringen sollte. Das Konzerthaus eröffnet an diesem Mittwoch.

Die erste Spielzeit ist bereits komplett ausverkauft. Doch allein mit dem glänzenden Bauwerk darf sich die Stadt nicht zufrieden geben. Es braucht mehr – zum Beispiel ein klar profiliertes regelmäßiges Hamburg-Festival. Damit die 789 Millionen Euro Steuergeld teure Elbphilharmonie über Jahre ihre Anziehungskraft behält, braucht sie nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich ein klares Profil.

Ein gutes Zeichen ist, dass die Hansestadt den Jahreszuschuss für die Gesellschaft, die bislang schon die alte Musikhalle betreibt, auf sechs Millionen Euro verdoppelt. Das Konzept „Haus für alle“ verspricht zusammen mit dem bislang eher unauffälligen Hausorchester des NDR jedoch noch keine klare Positionierung unter den Konzerthäusern.

Hier konkurriert die Elbphilharmonie mit etlichen Neubauten – von Bochum über Kopenhagen und Helsinki bis hin zu Los Angeles. Dabei hat Hamburg die Chance, mit dem international beachteten Bau seine Stärken als Musikstadt stärker herauszustellen. Denn anders als das zur Olympia-Bewerbung selbstverliehene Attribut „Sportstadt“ ist dieses Label tatsächlich angebracht.

Kommentare zu " Elbphilharmonie: Hamburg braucht nun ein Super-Festival"

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  • Dass nun auch im Handelsblatt unsachliche und unqualifizierte Kommentare möglich sind, ist sehr bedenklich!

  • Teurer uberflüssiger Bau mit erheblichen Mehrkosten für die Steuerzahler zum Wohle der oberen zehntausend- Bravo HHer Bauamt für diese Katastrophenbau -Bausenator und Bürgermeister sollten zurücktreten für diesen Bauskandal- nächstes Millardengrab wird die HSH Bank pleite mit Hilfe des korrupten Bankvorstands, der nun in Leipzig erneut vor Gericht gestellt wird- Scholz und Albig haben schon 10 MRD versenkt anstatt die Bankster endlich vor Gericht zu bringen- Steurzahler hat alles zu zahlen - Glückwunsch Hansestadt Hamburg! Da nützrn auch keine teuren Promis die heute abend auf Kosten der Bürger eingeladen sind- sehr sozial alles in HH!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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