Enkelin von Otto Dix zum Kunstfund
„Es ist ein Riesenskandal“

Unter den Bildern, die in der Wohnung von Gurlitt gefunden wurden, sind auch welche des Malers Otto Dix. Deren Enkelin zeigt sich empört über den Umgang mit dem Thema Raubkunst – und spricht von einem „Riesenskandal“.
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BerlinNach dem spektakulären Münchner Kunstfund hat eine Enkelin des Malers Otto Dix den Umgang der bundesdeutschen Behörden mit NS-Raubkunst kritisiert. „Deutschland hat sich generell nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt“, sagte Nana Dix der Nachrichtenagentur AFP. „Es ist einfach nicht geschehen, und jetzt kommt alles heraus, und es ist ein Riesenskandal. Deswegen denke ich, es ist peinlich, schlimm.“

In der Wohnung des Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt waren im vergangenen Jahr mehr als 1400 Kunstwerke gefunden worden, darunter auch vier Werke des zur NS-Zeit verfemten Otto Dix. Die bei Gurlitt entdeckten Bilder sollen teils aus NS-Raubkunst stammen, könnten zum Teil aber auch zu der privaten Sammlung von Gurlitts Vater gehören. Die komplizierte Aufklärung der Besitzverhältnisse hat die Staatsanwaltschaft Augsburg übernommen.

Zu den vier in Gurlitts Wohnung gefundenen Dix-Werken sagte Nana Dix, sie habe das Bild „Die Dame mit dem Hut“ gekannt, die drei anderen nicht. „Man hat sich gefreut, weil sie wiederauftauchten, weil man Angst hatte, dass sie zerstört worden sind oder verbrannt oder kaputt.“

Nana Dix fügte hinzu, sie habe ihren Großvater in guter Erinnerung. „Ich war sieben Jahre alt, als er gestorben ist. Wir als Kinder waren da gut aufgehoben. Wir durften in sein Atelier kommen und da zuschauen, malen und basteln – und er hat auch mit uns gespielt.“ Otto Dix sei ein kritischer und grantiger Mann gewesen, „aber zu uns Kinder war er immer sehr nett“.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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