Entscheidung: Liedermacher Biermann wird Berliner Ehrenbürger

Entscheidung
Liedermacher Biermann wird Berliner Ehrenbürger

Der Liedermacher Wolf Biermann wird Ehrenbürger Berlins. Das entschied die rot-rote Landesregierung am Dienstag und folgte damit einem Antrag des Berliner Abgeordnetenhauses – und beendete so eine wochenlange kontroverse Debatte um die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den 1976 von der DDR ausgebürgerten Biermann.

HB BERLIN. Ein Sprecher des Berliner Senats sagte, Biermann werde der 1154. Ehrenbürger der Hauptstadt. Der 70-Jährige wurde in dem Antrag des Abgeordnetenhauses als „bedeutende Persönlichkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte“ gewürdigt. Der Künstler habe sich wie kaum ein anderer für Demokratie und Bürgerrechte eingesetzt. Der Liedermacher durfte wegen seiner regimekritischen Lieder in der DDR jahrelang nicht auftreten, wollte das Land aber dennoch nicht für immer verlassen. Drei Tage nach einem Konzert in Köln beschloss das SED-Politbüro schließlich am 16. November 1976, ihm die Rückreise in die DDR zu verwehren. Biermanns Ausbürgerung führte zu Protesten in Ost und West.

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde hatten die CDU und die weiteren Oppositionsparteien Grüne und FDP initiiert. In der Berliner SPD war der Vorschlag zunächst auf Ablehnung gestoßen. Der CDU wurde vorgeworfen, die Würdigung parteipolitisch instrumentalisieren zu wollen. Nachdem die Sozialdemokraten jedoch umgeschwenkt waren, befürwortete das Abgeordnetenhaus die Auszeichnung für Biermann mit großer Mehrheit. Der Koalitionspartner Linkspartei, der vor allem Biermanns Unterstützung für den Irak-Krieg kritisierte, enthielt sich der Stimme.

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