Erfolgreiche Filmproduzentin
MoMa-Retrospektive für Regine Ziegler

Den Grimme-Preis hat sie schon mehrfach erhalten. Für Oscar und Golden Globe wurde sie nominiert. Auch der Goldene Löwe von Venedig ziert die Reihe ihrer Auszeichnungen. Doch die Ehre, die ihr jetzt zuteil wird, freut die deutsche Filmproduzentin Regina Ziegler besonders: Das renommierte Museum of Modern Art in New York widmet ihr eine Werkschau – als erster Frau überhaupt.

HB BERLIN. „Das ist schon sehr, sehr... wow“, sagt die Filmschaffende Worte suchend. Jeder Preis in der langen Reihe von Ehrungen – die auch den Bundesfilmpreis umfasst – sei eine angenehme Begleiterscheinung ihrer Arbeit, findet die 62-Jährige. Doch die New Yorker Auszeichnung sei nicht nur für ihr Lebenswerk von Bedeutung: „Letztlich ist es auch für den deutschen Film wichtig“, betont sie. Denn: Nach Rainer Werner Fassbinder sei sie erst die zweite Deutsche, die im MoMa mit einer Retrospektive gewürdigt wird.

Gemeinsam mit Schauspieler Matthias Habich, Hauptdarsteller ihrer Grass-Verfilmung „Unkenrufe“, will Ziegler zur Eröffnung der Werkschau am 5. April (die Schau läuft bis 30. April) nach Big Apple reisen. Das ist allerdings nicht ihrer erster Besuch im MoMa: Ziegler erinnert sich durchaus amüsiert an den November 2003, als der fiktionale Film zum Leben Axel Springers dort lief. „Der Zweiteiler „Der Verleger' mit Heiner Lauterbach in der Hauptrolle wurde als ein Beispiel für außerordentliches Qualitätsfernsehen gezeigt. Ich habe selbst vor der Tür gesessen und geguckt, ob jemand rausgeht. Es sind aber alle dabei geblieben.“

Zwar nicht alle, aber sehr viele schauen hin, wenn eine Ziegler-Produktion im Fernsehen läuft. In der letzten Zeit hatte die ARD sechs Filme aus dem Hause der Berliner Produzentin im Freitagabend-Programm. Darunter „Die Geierwally“, „Die Landärztin“ oder „Die Schokoladenkönigin“. Die Quote spricht für den Erfolg: „Durchschnittlich hatten wir einen Marktanteil von 19 Prozent“, freut sich Ziegler.

Schon ihr allererster Film „Ich dachte, ich wäre tot“ von 1973, wurde mit dem Bundesfilmpreis belohnt. Die damals 29-jährige Regina Ziegler – die Beruf und Berufung über einen Job als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin fand – hatte sich mutig mit der Firma Regina Ziegler Filmproduktion selbstständig gemacht. Dabei unterstützte sie ihr zweiter Ehemann, Regisseur Wolf Gremm. Damals, so sagt sie heute, „hat mich nur Qualität interessiert. Sie interessiert mich immer noch als erstes, aber ich muss von dem, was ich mache, auch leben können.“

Kein einfaches Unterfangen im harten Film-Business, und es hat Ziegler einiges gekostet: „In früheren Jahren habe ich eher einmal ans Aufhören gedacht, auch mal ans Verkaufen, weil es ja doch auch ein Beruf ist, in dem die Männer den Frauen immer zeigen wollen, dass sie stärker sind. Seit ich weiß, dass dies ein Irrtum ist, fühle ich mich ebenfalls besser.“

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