Eric Clapton feiert Geburtstag

Musik und Exzess in 70 Jahren

„Tears in Heaven“, „Layla“, „Alberta“: Mit seinen Songs berührte Eric Clapton Millionen Fans weltweit. Heute wird er 70 Jahre alt – 70 Jahre voller Erfolge sowie Drogen- und Alkoholexzesse. Ein Resümee.
Kommentieren
Seine Gitarren-Solos sind legendär. Laut der Zeitschrift „Rolling Stone“ ist Clapton hinter Jimi Hendrix der zweitbeste Gitarrist der Welt. Quelle: ap
Eric Clapton

Seine Gitarren-Solos sind legendär. Laut der Zeitschrift „Rolling Stone“ ist Clapton hinter Jimi Hendrix der zweitbeste Gitarrist der Welt.

(Foto: ap)

Er ist Vater von fünf Kindern und einiger der erfolgreichsten Bluessongs der Musikgeschichte – Eric Clapton. Der Brite feiert am 30. März seinen 70. Geburtstag. Im Rentneralter steht er vor der Veröffentlichung eines neuen Albums. Mit „Forever Man“ kommen bisher unveröffentlichte Werke von „Slowhand“ gemeinsam mit alten Hits wie „Tears In Heaven“ am 11. Mai in Deutschland auf den Markt.

Eric Clapton gehört zu den ganz großen Namen einer Musikergeneration, wie sie in dieser Dichte vielleicht nicht wieder kommt. Er hat 129 Millionen Alben verkauft und mit allen Großen seiner Zeit gearbeitet: mit Frank Zappa und mit den Beatles, mit Aretha Franklin, Mark Knopfler, oder mit Bob Dylan. Clapton schuf Hits, die über Jahrzehnte zu Evergreens wurden: „I Shot The Sheriff“ gehört dazu, aber auch der Country-Hit „Lay Down Sally“ oder die Ballade „Wonderful Tonight“. Das Fachmagazin „Rolling Stone“ setzte ihn im Jahr 2003 auf Platz zwei der 100 größten Gitarristen aller Zeiten hinter Jimi Hendrix und vor Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page.

Das sind die zehn größten Gitarristen aller Zeiten
Bon Jovi - Richie Sambora und Jon Bon Jovi
1 von 16

Der Bon-Jovi-Gitarrist Richie Sambora (53) ist nach Frontman Jon Bon Jovi (rechts) das bekannteste Gesicht der Band Bon Jovi, schafft es allerdings trotz seiner eingängigen Gitarrensoli nicht unter die Top Ten. Schlagzeilen macht der 53-Jährige dennoch: Er nimmt sich nämlich eine Auszeit von der aktuellen Tournee der US-Rockgruppe. Als Grund nannte die Band auf ihrer Website kurz vor einem Konzert im kanadischen Calgary am Mittwoch „persönliche Gründe“. Wie lange Sambora ausfallen wird, war zunächst unklar. Alle Auftritte sollten aber wie geplant stattfinden, hieß es in dem Statement der Gruppe. Sambora selbst schrieb am Donnerstag via Twitter, es gehe ihm gut, er müsse sich um eine persönliche Angelegenheit kümmern. Das Promiportal „TMZ.com“ spekulierte derweil über einen Band-internen Grund für Samboras Tour-Abstinenz: Er habe sich schlimm mit Sänger Jon Bon Jovi (51) gestritten, hieß es dort.

1963 and JFK
2 von 16

George Harrison verpasst den Sprung in die Top 10 ebenfalls, aber ganz knapp: Die hochrangige Jury des „Rolling Stone”, die unter anderem aus Ritchie Blackmore (Deep Purple), Kirk Hammett (Metallica) und Eddie Van Halen bestand, wählte den Beatles-Gitarristen auf Platz 11 der Bestenliste.

An Erfolg mangelte es den „Pilzköpfen” freilich nicht: Aktuelle Schätzungen gehen von rund 1 Milliarde verkauften Tonträgern der britischen Band aus. Harrison setzte auf zahlreiche bekannte Gitarrenhersteller – am berühmtesten wurde aber wohl seine 12-saitige Rickenbacker. Aber auch Fender-Modelle und Gibson's Les Paul gehörten zu seinen bevorzugten Werkzeugen.

DALTREY TOWNSHEND ENTWISTLE MOON
3 von 16

Platz 10: Pete Townshend (2. von links).

„The Police”-Gitarrist Andy Summers begründet für „Rolling Stone” die Wahl von Pete Townsend, der mit der britischen Band „The Who” für Furore sorgte: „Pete spielt nicht gerade viele Soli – viele Leute wissen deshalb gar nicht, wie gut er als Gitarrist ist. Seine Bedeutung für die Rockmusik kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine Rhythmusgitarre ist mitreißend und aggressiv, in gewisser Weise spielt er wie ein Wilder. Beim Spie­len hat er eine wundervoll flüssige Motorik, die seine Persönlichkeit perfekt widerspiegelt: Er ist nun mal ein Mensch, der unter Dampf steht. Pete ist so etwas wie der erste Punk, er war der erste, der auf der Bühne seine Gitarre zertrümmerte – was damals ein unerhörtes Statement war.”

TONSEND
4 von 16

„Die übermächtigen Akkorde, die er bei The Who spielte, waren ein cleverer Schachzug, weil Schlagzeug und Bass einen derartigen Wirbel machten, dass die Musik ohne seine ordnende Hand im Chaos versunken wäre. Letztlich war er der Erfinder des Power-Akkords, und auf den frühen Who-Platten hört man schon vieles, was auf Led Zeppelin hindeutet. Eine Menge von dem, was damals in der Musik passierte, geht auf ihn zurück.”

The Who verkauften rund 100 Millionen Tonträger und landeten 17 Top 10-Alben. Townsend zerschlug nach getaner Arbeit auf der Bühne zahlreiche Gibson- und Fender Stratocoaster-Gitarren.

Duane_Allmann
5 von 16

Platz 9: Duane Allman.

Der Mitbegründer der „Allman Brothers” verstarb bereits mit 24 Jahren bei einem Unfall. Dennoch hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Sein facettenreiches Slide-Gitarrenspiel prägte den Sound der Band, die bis heute in Deutschland größtenteils unter dem Radar fliegt. Dabei hat die Band allein 18 Studioalben herausgebracht und begeistert seit Jahrzehnten ihr Publikum. Das alles auch ohne Duane – der aber dennoch nie in Vergessenheit geraten wird.

Foto: Ed Berman (http://www.flickr.com/people/56181125@N00)

van halen
6 von 16

Platz 8: Eddie van Halen. Der niederländisch-US-amerikanische Gitarrenvirtuose gibt Eric Clapton als sein großes Vorbild an – obwohl er stilistisch mit dem „Slowhand” genannten, gefühlvollen Clapton wenig gemein hat. Sein rasantes Solospiel und seine breiten Klangteppiche waren stilprägend in den 1970er und -80er Jahren. Van Halen ist nur eine von fünf Rockbands, die über 10 Millionen Platten in den USA verkauft haben. Weltweit bringen sie es auf geschätzte 80 Millionen verkaufte Tonträger.

Eddie van Halens berühmteste Gitarre ist die von ihm selbst aus unterschiedlichen Bauteilen zusammengebastelte „Frankenstrat”, die wild in rot, weiß und schwarz bemalt ist.

Berry
7 von 16

Platz 7: Chuck Berry. Das Blues-Urgestein war einer der Pioniere der modernen Rockmusik. Keith Richards von den legendären „Rolling Stones” beschreibt, was Chuck Berry so besonders machte: „Chuck hatte einfach Swing. Sicher, er hatte den Rock, aber er hatte auch den Roll – und das machte den Unterschied aus. Und Chuck hatte eine unglaubliche Band bei diesen frühen Aufnahmen: Willie Dixon am Bass, Johnnie Johnson am Klavier, Ebby Hardy oder Freddy Below am Schlagzeug. Sie verstanden, was er machen wollte, und swingten mit. Besser konnte es eigentlich nicht mehr werden.”

Der mittlerweile 86-jährige Berry hat während seiner Schaffungszeit fast 100 Tonträger herausgebracht, kann bei massentauglichen Verkaufsschlagern à la Van Halen aber nicht mithalten. Er spielt bevorzugt Gitarren von Gibson.

Die Musik prägte Claptons Leben maßgeblich, seit er sich im Alter von 17 Jahren der Band „The Roosters“ anschloss. Aber auch der Alkohol beeinflusste den Musiker. „Das Problem dabei war nur, dass ich wieder hoffnungslos an der Flasche hing und praktisch jede Kontrolle über mein Trinkverhalten verloren hatte“, räumte Clapton in seiner Autobiografie „Mein Leben“ ein, die er 2007 veröffentlicht hatte. Es bedurfte mehrerer Entziehungskuren, um Eric Clapton vom Suff zu befreien, wie er in der selten schonungslosen Selbstbeschreibung offenbart.

Tod seines Sohnes war die große Zäsur seines Lebens
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Eric Clapton feiert Geburtstag - Musik und Exzess in 70 Jahren

0 Kommentare zu "Eric Clapton feiert Geburtstag: Musik und Exzess in 70 Jahren"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%