Ernst Elitz
Der „Deutschlandradio“-Gründer feiert Geburtstag

Er gründete das Deutschlandradio und führte den „Teledialog“ ein: Ernst Elitz hat den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geprägt - mit 70 ist er auch offen für die „Generation Podcast“.
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BerlinEr lebt nach dem Prinzip, sich immer für das Neue zu interessieren, „denn das Alte kennt man ja schon, und neugierig war ich schon immer“: Ernst Elitz, der an diesem Sonntag (24. Juli) 70 Jahre alt wird, hat nicht nur als Journalist bei der ARD, beim ZDF und „Spiegel“ Geschichte begleitet und miterlebt - er hat auch als Gründungsintendant des Deutschlandradios nach der Wiedervereinigung selber Rundfunkgeschichte geschrieben. „Das war schon eine einmalige Sache, wir mussten Ost und West zusammenbringen, im Personalbereich und bei den Hörern“, wozu der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) in West-Berlin und der Deutschlandsender Kultur der DDR gehörten.

„Da gab es auch medienpolitische Widerstände zu überwinden, denn es gab Leute, die den neuen nationalen Hörfunk als Konkurrenz nicht besonders liebten, in den Ländern zum Beispiel, vor allem in den südlichen“, erinnert sich Elitz. Der Kampf um UKW-Frequenzen begann. Elitz reiste von Bundesland zu Bundesland. So wurde aus dem Journalisten ein „medienpolitischer Manager“, was ihm aber auch Freude machte: „Ich konnte damit auch gestalten.“

Angefangen hatte alles nach dem Studium an der Freien Universität Berlin (FU) in der Hauptabteilung „Kulturelles Wort“ 1966 beim RIAS. Bald arbeitete Elitz auch für Zeitungen und Zeitschriften, für das SPD-Blatt „Vorwärts“ beobachtete er die Studentenrebellion der 68er.

In den 1970er Jahren kam er zum ZDF, wo er ab 1983 das „heute-journal“ moderierte. Beim Magazin „Kennzeichen D“ nahm er das getrennte Deutschland ins journalistische Visier. „In der DDR war das eine Kultsendung, weil die Menschen dort spürten, dass wir mit gleichen Maßstäben gemessen haben, denn es ging uns nicht darum, den Westen besonders schön zu zeichnen.“

In den 80er Jahren wechselte er zum Süddeutschen Rundfunk und wurde mit der lange Jahre von Emil Obermann geleiteten Diskussionssendung „Pro & Contra“ zu einem Pionier des interaktiven Fernsehens. „Teledialog“ nannten sich die Zuschauerbefragungen zu strittigen Themen. „Damit waren wir aber der Zeit noch etwas voraus, die Rundfunkräte schafften das erstmal wieder ab. Es war den Herrschaften doch etwas unheimlich, dass da plötzlich zehntausende Menschen anriefen und ihre Meinung sagten. Das war einfach noch nicht im Trend der Zeit. Umso schöner ist es zu sehen, dass das heute selbstverständlich ist.“

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„Journalismus kann auch Zeitgeschichte sein“

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