Erstmals deutsche Filmwoche in Afghanistan
Emil, Lenin und die Konferenz der Tiere in Kabul

Am 23. Juni steht in Kabul deutsches Kino auf dem Programm. Bislang hat es eine vergleichbare ausländische Kino-Woche dort seit den 70er Jahren nicht mehr gegeben.

HB BOCHUM/KABUL. Zehn aktuelle und historische Streifen stehen auf dem Programm der ersten deutschen Filmwoche in Afghanistan. Das Programm startet am 23. Juni im gerade renovierten größten Kino von Kabul mit „Good bye Lenin“ (2003) von Wolfgang Becker, der international erfolgreichen Satire auf die untergegangene DDR. Dies teilten die beiden Bochumer Filmkuratorinnen Stefanie Görtz und Bettina Schiel am Dienstag mit, die die Kino-Woche im Auftrag des Goethe Institutes Kabul und der Export-Union des Deutschen Films organisiert haben.

Präsentiert werden sollen in Afghanistan auch Kino-Klassiker wie Fritz Langs „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ von 1931 sowie Wolfgang Staudtes „Die Mörder sind unter uns“ (1946). Weiterhin werden unter anderem Erich Kästners Kinder-Evergreens „Emil und die Detektive“ (1931) sowie der Zeichentrickfilm „Konferenz der Tiere“ und „Bella Martha“ (2001) von Sandra Nettelbeck gezeigt. Nach den Aufführungen in dem auf Initiative französischer Filmschaffender renovierten 600-Plätze-Kino in Kabul sollen einige Filme im Mobilen Kino in die Städte Kunduz, Masar-e-Sharif und Herat touren. Gezeigt werden die Streifen in Live-Synchronisation der beiden wichtigsten Landessprachen Dari oder Pashtu.

Eine vergleichbare ausländische Kino-Woche habe es in dem von Bürgerkrieg zerstörten und dem Taliban-Regime unterdrückten Land seit den 70er Jahren nicht mehr gegeben, sagte Stefanie Görtz der dpa: „Das ist absolutes Neuland; wir hoffen auf eine gute Resonanz“. Während in den sieben wieder eröffneten Kinos in Kabul zumeist indische Filme für ein männliches Publikum gezeigt würden, seien bei der Deutschen Filmwoche auch Vorführungen für Frauen und Kinder vorgesehen.

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