Expo Chicago: Ein anderer Blick auf die Wallstreet

Expo Chicago
Amerikanische Kunstmesse wird immer besser

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Ein anderer Blick auf die Wallstreet

Eine ganz andere Interpretation oder Weiterentwicklung amerikanischer Bräuche ist bei Bourouina (Berlin) zu sehen. In der Abteilung „Exposures“, die jungen Galerien mit Einzelpositionen vorbehalten ist, zeigt sie Arbeiten von Markus Draper aus dem Werkblock „Paraden - ticker tape“. Vorlage für seine Bilder sind die amerikanischen Paraden, die ihre Wurzel in der Tradition haben, den Paradierenden in der Wallstreet die Lochstreifen aus den Börsentickern aus den Fenstern zuzuwerfen. Dieses Brauchtum hat sich verselbständigt und fasziniert den Dresdner Künstler ebenso wie die gefundenen Bilder von historischen Ereignissen und Architekturen. In seinen Arbeiten verschwinden diese Gebäude, Fassaden oder Straßenzüge gleichsam hinter einer Flut von Papierschlangen oder –schnipseln; das Momenthafte löst sich auf und wird umso abgründiger durch die Abwesenheit jedweder Personen (8.000 bis 19.000 Dollar).

Allen, die sich an Abstraktionen, Vieldeutigem und Radikalem noch nicht satt gesehen haben, sei der Blick von der Terrasse des Ausstellungsgebäudes am Navy Pier über den Lake Michigan empfohlen; dann eine kleine Drehung auf die unübertroffene Kulisse der Hochhäuser Chicagos, die, einmal gesehen nur von Ignoranten wieder vergessen werden kann.

„Expo Chicago, The International Exposition of Contemporary and Modern Art“, bis 21. September am Navy Pier, Chicago, täglich von 11 bis 19 Uhr, So. bis 18 Uhr

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