Festivalsaison 2013
Rocken als Geschäftsmodell

Mit „Rock am Ring“ beginnt dieses Wochenende die heiße Phase der Festivalsaison. Galten die Live-Events früher als chaotische Treffen für Musikverrückte, sind sie inzwischen ein knallhart durchorganisiertes Geschäft.
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DüsseldorfDen ersten Vertrag mit der Rockband Deep Purple skizzierte Marek Lieberberg auf einer Papiertischdecke. In einem Gartenlokal einigte sich der damals noch unerfahrene Konzertveranstalter 1972 mit dem Manager der Musikgruppe auf deren ersten Auftritt in Deutschland – ganz informell.

Heute zählt Marek Lieberberg mit seiner Konzertagentur MLK zu den erfolgreichsten Veranstaltern Europas. Und die Deep-Purple-Geschichte, die er einmal in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erzählte, wäre inzwischen undenkbar. Das Konzert- und Festivalgeschäft ist professioneller geworden. Auftritte müssen heutzutage oftmals Monate oder Jahre im Voraus geplant werden.

Wie sehr sich das Geschäft verändert hat, lässt sich besonders am Beispiel von Deutschlands bekanntestem Aushängeschild der Branche zeigen. „Rock am Ring“ sollte eigentlich ein einmaliges Event bleiben. Das Festival startete 1985 mit 17 Bands im Programm, darunter Marius Müller-Westernhagen, U2 und Joe Cocker.

Sie alle teilten sich dieselbe Bühne. Doch dank des Erfolges fand das Musikhappening jedes Jahr wieder statt. Und wurde von Jahr zu Jahr mehr zum Magneten für Bands und Fans. Auch an diesem Wochenende pilgern wieder zahlreiche namhafte Musiker zum Nürburgring.

Statt 17 Musikgruppen treten bis Sonntag aber 83 Bands in der Eifel auf. Auf inzwischen drei Bühnen werden an den drei Partytagen nonstop unter anderem Thirty Seconds To Mars, The Killers und Green Day spielen. Wie am Anfang zieht das Festival die ganz Großen des Business an.

Was auch so geblieben ist: das Zuschauerinteresse. Schon bei der ersten Auflage kamen rund 75.000 Besucher zum Nürburgring. 2007 war das Festival erstmals im Vorverkauf ausverkauft. Doch auch das ist kein Vergleich mehr zu heute: In diesem Jahr waren schon im Januar alle 85.000 Karten weg.

Dieser Trend gilt nicht nur für „Rock am Ring“. Nach Angaben des Deutschen Musikinformationszentrums finden inzwischen jährlich rund 500 Festivals statt. Allein 2011 besuchten 6,5 Millionen Menschen eines dieser Massen-Musikevents, wie eine GfK-Studie im Auftrag des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft (BDV) zeigt.

Kommentare zu " Festivalsaison 2013: Rocken als Geschäftsmodell"

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  • @ hafnersp

    Vielen Dank.

    Vielleicht könnte das eine Lösung sein: Themen, bei denen die Kommentarfunktion blockiert wird, inhaltlich verknüpfen mit kommentierbaren Themen. Ist zwar umständlich, aber immer noch besser, als den Maulkorb hinzunehmen.

  • *lol*
    Wenn ihnen das Schicksal der Welt so am Herzen liegt, warum sitzen sie dann am Rechner und verplempern Ihre Zeit für Kommentare beim HB? Gehn sie doch hinaus in die Welt. Protestieren sie vor Mollaths Klinik, helfen sie den Türken beim Steineschmeissen und geben sie ein Open Air in islamisch regierten Ländern!
    Das hätte schon mal den Vorteil das der Rest der Menschheit von solchen, sich um alles kümmernden, Gutmenschen verschont wird.

    Und ja, ein solches Urteil könnte auch mich treffen, wobei es ja noch immer nicht bewiesen ist, ob Mollath nicht doch zurecht einsitzt. Das tut aber nichts zur Sache. Es ist nicht die Aufgabe von Ihnen oder mir über Richter zu richten. Sie haben doch bestimmt, bzw. hoffentlich auch was besseres zu tun als sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

    Bei aller Liebe, lassen sie die Kirche im Dorf. Wenn sie sich an so Kleinigkeiten schon aufreiben können sie ihr Leben gleich vergessen. Wofür lohnt sich denn IHR Leben? Andere zu maßregeln und zu gängeln? Das lieber Rheingold, steht ihnen ganz einfach nicht zu.

  • P.S.: Das Thema Mollath ist auch für Sie von Bedeutung: Ein solches Unrechtsurteil kann nämlich JEDEN treffen.

    Ob's in der Psychiatrie auch so tolle Konzerte gibt ???

    Schönen Tag noch.

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