Festjahr: Riga eröffnet Kulturhauptstadtjahr

Festjahr
Riga eröffnet Kulturhauptstadtjahr

Mit großem Programm und einer Art Liebeserklärung ans Buch startet die neue Kulturhauptstadt Riga in das Festjahr. Auch eisige Temperaturen konnten die Euphorie und Freude zum Auftakt nicht trüben.
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RigaWagner-Oper und Bücher-Kette: Die Europäische Kulturhauptstadt Riga hat am Wochenende das Festjahr spektakulär eingeläutet. Mit einer Art Liebeserklärung an das Buch eröffneten Zehntausende Menschen symbolisch die neue Nationalbibliothek in der lettischen Hauptstadt. Sie bildeten am Samstag bei klirrender Kälte eine gut zwei Kilometer lange Kette, um ihre Lieblingsbücher von der alten in die neue Bibliothek weiterzureichen. Am Freitag wurde das Festjahr mit der Richard-Wagner-Oper „Rienzi“ offiziell eröffnet. Zudem gab es zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen. Riga ist 2014 gemeinsam mit dem schwedischen Umeå Kulturhauptstadt Europas. Dort fällt der Startschuss für das Festjahr zwei Wochen später.

Auch Lettlands Staatspräsident Andris Berzins und Noch-Regierungschef Valdis Dombrovskis beteiligten sich im Beisein von EU-Kulturkommissarin Androulla Vassiliou an der Bücher-Aktion. Sie soll an den Baltischen Weg vor 25 Jahren erinnern. 1989 demonstrierten eine Million Menschen mit einer Menschenkette durch die Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen für ihre Freiheit.

Der Baltische Weg sei ein „bewegender und bedeutender Moment nicht nur für das lettische Volk, sondern für alle Europäer“ gewesen, sagte Vassiliou. „Er war ein kraftvolles Symbol der Menschen, die friedlich ihr Recht auf Unabhängigkeit und Demokratie durchsetzten.“ Ein eigener Staat ist Lettland erst seit 1991 wieder, EU-Mitglied seit 2004.

Zehn Jahre später und nur wenige Tage nach der Euro-Einführung ist Riga nun Kulturhauptstadt. „Riga 2014 ist ein Geschenk an uns alle. Dieses Jahr ist ein Beweis dafür, dass Lettlands Hauptstadt Riga für alle Zeit zur europäischen Kultur gehört“, sagte Staatspräsident Andris Berzins in seiner Eröffnungsrede.

Das erste Buch, das in Plastikfolie verpackt von Hand zu Hand in die neue Bibliothek weitergereicht wurde, war eine historische Bibel des deutsch-baltischen Adelsgeschlechts von der Wenge Lambsdorff. Der wegen Kosten von 163 Millionen Euro umstrittene Neubau soll im Sommer seine Türen für Besucher öffnen.

Eine rege Beteiligung der gut 700 000 Bewohner der Stadt ist das erklärte Ziel der Organisatoren. Zudem versprechen sie sich neue kulturelle Impulse, aber auch viele Touristen: Rigas Bürgermeister Nils Usakovs hofft 2014 auf 2,1 Millionen Besucher - 400 000 mehr als im vergangenen Jahr und etwas mehr als ganz Lettland Einwohner hat.

In den Markthallen der Ostseemetropole gaben Konzerte und kleinere Aufführungen einen „Vorgeschmack“ auf das Jahresprogramm. Es steht unter dem Motto „Force Majeure“ (Höhere Gewalt), die Kultur als positive Kraft entfalten soll, und umfasst mehr als 200 Veranstaltungen. Als einer der Höhepunkte gilt ein großes Chor-Fest im Juli mit mehr als 20 000 Sängern aus aller Welt.

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